Das Wattenmeer

 

Das Wattenmeer ist ein Ökosystem im Küstenbereich der Nordsee, entlang der Küsten der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks, das im Gezeitensystem der Nordsee einen großräumigen Naturraum bildet. Im Jahr 2009 hat die UNESCO das Wattenmeer länderübergreifend als Welterbe anerkannt.

 

Wo ist das Wattenmeer?

 

Welche Länder grenzen an das Wattenmeer? Das Wattenmeer läuft entlang der Küsten von Dänemark, Deutschland und den Niederlanden. Wo befindet sich das Wattenmeer? Das Wattenmeer befindet sich in der Küstenregion der Nordsee und ist die Küstenstrecke vom dänischen Skallingen bis zum Ort Den Helder in den Niederlanden. Dazwischen liegen die niederländischen Inseln (Westfriesland) Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland, Schiermonnikoog und Ruttumerplaat.

 

 

Leuchtturm Heversand
Wattenmeer - im Hintergrund der Leuchtturm von Heversand

 

Wo ist das Wattenmeer an der deutschen Küste?

 

Wo finden wir an der deutschen Küste das Wattenmeer? Auf deutscher Seite sind es die friesischen Inseln Borkum, Memmert und Juist und die ostfriesischen Inseln Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge.

 

Ebenfalls gehören dazu die Halligen und Kooge an der Küste von Schleswig-Holstein sowie die Inseln Pellworm, Amrum, Föhr und Sylt. Nördlich von Sylt gehören die dänischen Inseln Fanö, Mandö und Röm dazu. 

 

 

Basic Info zum Wattenmeer

 

Wo ist das Wattenmeer? Das Wattenmeer ist der direkte Küstenbereich in der Nordsee zwischen dem niederländischen Den Helder

(Fähranleger nach Texel) und dem dänischen Skallingen. Durch seine direkte Verbindung mit der Küstenlinie ist das Wattenmeer den Gezeiten ausgesetzt.

Wie groß ist das Wattenmeer? Die Fläche des Wattenmeers wird mit ungefähr 9000 km² angegeben, die Länge mit 450 km. In der Breite erreicht das Wattenmeer bei Ebbe eine Tiefe von bis zu 40 km.

 

Wie verhalten sich die Gezeiten (=Tide) im Wattenmeer? Alle sechs Stunden wechselt im Wattenmeer die Tide. Das Wattenmeer wird somit täglich zweimal vom Hochwasser (auflaufendes Wasser) geflutet und zweimal durch das ablaufende Wasser (Ebbe) wieder freigelegt. Durch Kanäle im Sand, die Priele, läuft das Wasser im Wattenmeer wieder ab oder läuft wieder auf.

 

So gesehen, bewegt man sich im Wattenmeer auf dem freigelegten Meeresboden. Dieser Boden dient Vögeln, Fischen, Muscheln, Würmern, Insekten und spezialisierten Pflanzen als Lebensraum.

 

Direkte Zuflüsse in das Wattenmeer sind vor allem die Ijssel / Ijsselmeer, Ems, Elbe und die Eider (bei Tönning), dazu kommen noch zahlreiche weitere, kleine Flüsse.

 

Das Wattenmeer ist eines der größten zusammenhängenden Feuchtgebiete. Ein wesentliches Merkmal des Wattenmeeres sind die Salzwiesen. Salzwiesen sind von krautigen Pflanzen und Gräsern bewachsene Flächen des Watts, die vom Meer in regelmäßigen Abständen überflutet werden. Bei den Pflanzen in den Salzwiesen handelt es sich um Spezialisten, weil sich diese Arten an den Lebensraum angepasst haben und deshalb in diesem Biotop überleben können.

 

Das Wattenmeer ist regelmäßiger Rastplatz für Zugvögel im Frühjahr und Herbst, wird aber auch von vielen Arten zur Überwinterung genutzt.

 

Limikolen, Enten und Gänse nutzen das Wattenmeer als Trittstein während der Zugzeiten oder um dort zu überwintern. Während dieser Zeiten sind tausende dieser Arten an einem Platz zu finden. Die Vögel im Wattenmeer sind in aller Regel sehr scheu, können aber über eine größere Distanz gut beobachtet werden. Wenn sich ein Vogel in einem Trupp erschreckt und wegfliegt, hat das in der Regel den Abflug des gesamten Trupps zur Folge.

 

 


Die nachfolgende Karte zeigt die Habitate im Wattenmeer. 

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Habitate im Wattenmeer.png
Von Science Education through Earth Observation for High Schools (SEOS) Project, CC BY-SA 2.0, Link

 

Nationalpark Wattenmeer

 

Die Anliegerstaaten zum Wattenmeer haben alle eigene Nationalparks eingerichtet und erhalten damit das Wattenmeer. Die Nationalparks im Folgenden:

 

 

Hier geht zur Seite Nationalpark-Wattenmeer.de

 

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Vogelarten im Wattenmeer

 

Das Biosphärenreservat Wattenmeer ist nicht nur ein Ökosystem von Weltrang sondern auch die Heimat vieler Brutvögel und Trittstein / Rastplatz für viele Vogelarten während der Zugzeiten im Früjahr und im Herbst.

 

Im Wattenmeer könnt ihr Arten sehen, die im Inland so gut wie nie vorkommen. Gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es im Wattenmeer besonders bei Ebbe, wenn  viele Vögel dann auf den Wattflächen nach Nahrung suchen.

 

Teilweise stehen bei Ebbe einzelne Arten zu hunderten auf den Wattflächen. Dann ist die beste Zeit für Vogelbeobachtungen. Weil die Tiere scheu sind, ist die Fluchtdistanz recht hoch. Nehmt dafür ein Spektiv und ein Stativ mit.

 

 

Limikolen - Watvögel

Im Wattenmeer sind die nachfolgend aufgeführten Limikolen regelmäßig anzutreffen:
  • Alpenstrandläufer
  • Austernfischer
  • Brachvogel
  • Regenbrachvogel
  • Goldregenpfeifer
  • Knutt
  • Kiebitz
  • Meeresstrandläufer
  • Pfuhlschnepfe
  • Rotschenkel
  • Säbelschnäbler
  • Sanderling
  • Sandregenpfeifer
  • Seeregenpfeifer

Möwen-Seeschwalben- Skuas

Die Möwen im Wattenmeer:
  • Mantelmöwe
  • Heringsmöwe
  • Silbermöwe
  • Sturmmöwe
  • Lachmöwe
  • Dreizehenmöwe
  • Flusseeschwalbe
  • Zwergseeschwalbe
  • Skua

Enten und Gänse

Die nachfolgend aufgeführten Enten und Gänse sind regelmäßig im Wattenmeer zu Hause:
  • Brandgans
  • Eiderente
  • Stockente
  • Trauerente
  • Pfeifente
  • Graugans
  • Nonnengans
  • Ringelgans

Weisswangengans Nonnengans
Weisswangengänse bei der Nahrungssuche auf den Wiesen hinter den Deichen

 

Weitere Vogelarten im Wattenmeer

 

  • Eissturmvogel
  • Kormoran
  • Feldlerche
  • Ohrenlerche
  • Schneeammer
  • Wanderfalke
  • Seeadler

 

 

 


Wattenmeer
Möwen auf Watflächen im Wattenmeer

 

Die flying big five im Wattenmeer

 

Das Wattenmeer ist eines der größten Ökosysteme der Welt und gehört gleichzeitig zu den vogelreichsten Gebieten der Erde. Im Wattenmeer leben viele Vigelarten, weil das Wattenmeer ihnen hier Nahrung liefert, die sonst nicht so vorkommt. Hier im Wattenmeer kreuzen sich auch viele Zugrouten der Vögel, die dieses Gebiet als Trittstein oder als Rast auf dem Zug in die Winterquartiere nutzen. Andere Arten dagegen, verbringen im Wattenmeer die Winterzeit.

 

Wie bei vielen Arten im Wattboden oder auf dem Watt gibt es auch bei den Vögeln Arten, die besonders häufig vorkommen, und die wir daher im Wattenmeer besonders häufig beobachten können.

 

 

Der Alpenstrandläufer

 

Der Alpenstrandläufer ist ein typischer Durchzügler im Wattenmeer, dort macht er auf seinem Zug Rast. Im Übrigen ist der Alpenstrandläufer unter den Strandläufern die häufigste Art. Zur Zugzeit und im Winter ist der Alpenstrandläufer darüber hinaus eine der häufigsten Limikolenarten. Im Wattenmeer sammel sich gewaltige Trupps am Spülsaum und auf den Schlammflächen bei Ebbe. Der Alpenstrandläufer ist klein und flink, dabei läuft er schnell an der Wasserkante entlang und sucht nach Nahrung. Teilweise lässt er sich dabei nicht einmal von Menschen stören, die still am Strand stehen.

 

 

Der Austernfischer

 

Der Austernfischer ist ein lauter Vogel, schon von weitem hört man sein lautes Rufen, ein schrilles "bii-iik", und das schon lange, bevor man das Tier gesehen hat. Der Austernfischer ist ein typischer Vogel der Küstenlandschaft, wo er auch brütet; der Austernfischer lebt an der Küste, in Feuchtgebieten im Hinterland und auch tiefer im Binnenland, wo der Austernfischer in der Stadt vorkommt. Tatsächlich kann man den Austernfischer auch bis zu 200 km tief im Binnenland antreffen, z.B. am Niederrhein.

 

Im Winter bilden die Austernfischer an der Küste und im Wattenmeer große Rastgesellschaften, die teilweise aus Trupps von mehreren hundert Vögeln bestehen. Mit seinem langen Schnabel stochert der Austernfischer im Boden nach Würmern. Der Austernfischer kann mit seiner sehr spitzn Schnabelspitze auch Muscheln öffnen.

 

 

Die Brandgans

 

Die Brandgans ist ein bekannter Vogel an der deutschen Nordseeküste, wo sie auch brütet. Dazu treffen wir die Brandgans als Brutvogel auch im Hinterland an größeren Seen und an Flüssen an. Ihre Nahrung sucht die Brandgans meist im Flachwasser. Im Sommer versammelt sich fast der gesamte europäische Brutvogelbestand zur Mauser im Wattenmeer; ein großer Teil davon im Dithmarscher Watt.

 

silbermoewe
Silbermöwe

 

Die Silbermöwe

 

Ohne Möwen geht es an der Küste nicht. An der deutschen Küste werden Möwen "liebevoll" einfach nur "Emmas" genannt. Tatsächlich kann man sich Küste und Meer ohne Möwen einfach nicht vorstellen. Die Silbermöwe ist die häufigste Möwe in ganz Europa. Zahlreich vertreten ist die Silbermöwe an der Küste, im Deichvorland, im Binnenland, in den Städten, auf Deponien, einfach überall. Die Ernährung der Silbermöwe ist vielseitig; wo viele Menschen sind, fangen Möwen gerne an, um Nahrung zu betteln. Sie lassen sich mit Fischbrötchen füttern, entwenden aber auch volle Brötchentüten oder versuchen den Gästen das Essen vom Teller zu holen. Die Silbermöwe brütet gerne in großen Kolonien.

 

 

Die Ringelgans

 

Die Ringelgans gehört zu den Meergänsen und brütet an arktischen Küsten. Im Winter zieht sie in das Winterquartier an den nordeuropäischen Küsten. Als Wintergast ist die Ringelgans im deutschen Wattenmeer einer der häufigsten Zugvögel, wo sie in großen Trupps im Küstenbereich und im Deichvorland Nahrung suchen und ihre Schlafplätze haben. Die Halligen haben der Ringelgans im Frühjahr sogar eigene Festtage gewidmet. Der Ruf der Ringelgans ist ein lautes "rrott".