Der Mittellandkanal (MLK)

 

 

Wasserstraßen in Europa - Fotografie - Berichte - Bildmaterial

 

Der Mittellandkanal ist eine Bundeswasserstraße und verbindet als Kanal das Wassertraßennetz von Belgien und den Niederlanden und dem westdeutschen Wasserstraßennetz mit den Wasserstraßennetzen in Mitteldeutschland und in Polen. Dazu kommen noch die Verbindungen in die Schweiz sowie die Tschechische  Republik, Slowakei, Ungarn, Serbien, Rumänien und Bulgarien.

 

Der Mittellandkanal hat eine Länge von 325,30 km und beginnt am Dortmund-Ems-Kanal hinter der Ortschaft Bergeshövede und endet  am Übergang in den Elbe-Havel-Kanal bei Hohenwarthe. Auf seinem Lauf durchquert der MLK die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

 

Am Abstiegswerk Hohenwarthe verbindet sich der MLK mit mit der Elbe und dem Elbe-Havel-Kanal, was die Verbindung zum mitteldeutschen Kanalsystem in und um Berlin eröffnet, sowie die Verbindung zur Oder schafft. Durch den Elbe-Seiten-Kanal schafft der MLK die Verbindung zu den Hamburger Häfen und über den Elbe-Lübeck-Kanal den Zugang zur Ostsee bei Lübeck.

 

Die Vielzahl der möglichen Schiffsverbindungen, die bewegte Tonnage und die Anzahl der jährlichen Schiffspassagen machen den Mittellandkanal zum wichtigsten Kanal im deutschen Wasserstraßennetz.

 

Auf dieser Seite wird der Mittellandkanal thematisch und fotografisch auf seinem Lauf von Bergeshövede bis nach Hohenwarthe begleitet. 

 

 

mittellandkanal bergeshoevede
Der Mittellandkanal nimmt bei Bergeshövede seinen Anfang

 

Schleusen im Mittellandkanal

 

Wie viele Schleusen gibt es im Mittellandkanal? Direkt im Verlauf des Mittellandkanals (Hauptkanal) gibt es drei Schleusen bzw. Schleusengruppen. Dazu kommen noch die Abzweigungen in die Weser, Leine, Elbe und Elbeseitenkanal mit den Stichkanälen mit 12 Schleusenanlagen. Insgesamt zählen wir am Mittellandkanal also "nur" 15 Schleusenanlagen. Verglichen mit dem Dortmund-Ems-Kanal ist das relativ wenig. Allerdings wird der Mittellandkanal über weite Strecken durch das Flachland geführt, ohne dabei nennenswerte Steigungen oder Gefälle im Gelände überwinden zu müssen.

 

Die drei Schleusen, die direkt im Verlauf des Mittellandkanals Fallhöhen überwinden sind:

 

  • Schleuse Anderten (Doppelschachtschleuse), Kanal-Kilometer 174,238
  • Schleuse Sülfeld (Nordkammer und Südkammer), Kanal-Kilometer 236,76 + 236,98, 
  • Schleuse Hohenwarthe, Kanal-Kilometer 324,46

 

 

Wasserstraßenkreuze im Mittellandkanal

 

Der Mittellandkanal besticht durch seine Länge, schließlich werden drei Bundesländer durchquert und dabei einige Flüsse überbrückt. Wir fragen uns natürlich: Wie viele Wasserstraßenkreuze gibt es im Mittellandkanal? Wir kommen auf fünf Wasserstraßenkreuze. Nun ist das Nasse Dreieck eigentlich kein Kreuz sondern ein Dreieck, also gehört es auch in die Auflistung:

  • Wasserstraßen-Dreieck Hörstel (Nasses Dreieck) - Beginn des Mittellandkanals
  • Wasserstraßenkreuz Minden (Querung der Weser in zwei Trogbrücken) - Beginn bei Kanal-Km 101,56
  • Wasserstraßenkreuz Seelze (Hannover-Seelze - Überquerung der Leine in zwei Trogbrücken - Hauptbrücke 252 ab Km 151,58; Flutbrücke 253 ab Km 152,10) - Beginn bei Kanal-Km 151,50 
  • Wasserstraßenkreuz Magdeburg-Rothensee ab Km 320,45 (Überquerung der Elbe bei Magdeburg in einer Trogbrücke) Fallhöhe 11-18 m
  • Wasserstraßenkreuz Hohenwarthe - Östliches Ende des Mittellandkanal-Haltung und Überleitung in den Elbe-Havel-Kanal - Doppelschleuse Hohenwarthe bei Kanal-Km 324,46

 

Stichkanäle am Mittellandkanal

 

Wie viele Stichkanäle sind mit dem Mittellandkanal verbunden? Wiederum ist, verglichen mit der Länge des Mittellandkanals, die Zahl der Stichkanäle relativ bescheiden. Es sind nur 6 Stichkanäle:

  • Stichkanal Ibbenbüren (SKM) - Länge von Km 0,00 bis Km 1,11 - Einfahrt Südufer
  • Stichkanal Osnabrück (SKO) - Länge von Km 0,04 bis Km 14,53 - 2 Schleusen (Schleuse Hollage + Schleuse Haste) - Einfahrt Südufer - Schleuse Hollage bei Km 7,238 mit Fallhöhe 4,75 m - Schleuse Haste bei Km 12,694 mit Hubhöhe 4,75 m
  • Stichkanal Hannover-Linden (SKL) - Länge von Km 0,26 bis Km 11,20 - Einfahrt Südufer bei Kanal-Km 149,59 - Hafenschleuse Hannover-Linden bei Km 9,57 mit Fallhöhe 7,80 m
  • Stichkanal Misburg (SKM) - Länge von Km 0,35 bis Km 3,40 - Einfahrt Nordufer bei Kanal-Km 171,14
  • Stichkanal Hildesheim (SKH) - Länge von Km 0,03 bis Km 15,12 - Einfahrt Westufer bei Kanal-Km 183,24 - Schleuse Bolzum bei Km 0,576 mit Fallhöhe 8,00 m
  • Stichkanal Salzgitter (SKS) - Länge von Km 0,03 bis Km 17,96 - Einfahrt Südufer bei Kanal-Km 213,30 - Doppelschleuse Wedtlenstedt ab Km 4,556 mit Fallhöhe 9,30 m - Doppelschleuse Ülingen ab Km 10,692 mit Fallhöhe 9,00 m
  • Abzweig Elbe-Seitenkanal bei Kanal-Km 233,65 - Einfahrt Nordufer 

 

Die Verbindung des Mittellandkanals zu Weser Leine und Elbe

 

Der Mittellandkanal schafft die Verbindungen zu den Flüssen Weser, Leine und Elbe. An den Flüssen Weser und Elbe wird der Mittellandkanal in Trogbrücken über die Flüsse hinübergeführt. Für den Abstieg in die Flüsse wurde Verbindungskanäle gebaut:

 

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Der Mittellandkanal bei Bergeshövede - im Hintergrund das Sicherheitstor 1 (Hörstel)
mittellandkanal bergeshoevede
Schiff auf dem Mittellandkanal bei Bergeshövede kurz vor der Einfahrt in den Dortmund-Ems-Kanal

 

Häfen entlang des Mittellandkanals

 

Der Mittellandkanal verbindet die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Entlang der Kanalstrecke liegen sage und schreibe 25 Hafenanlagen. Somit leistet der Mittellandkanal einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der Wirtschaft. Die Häfen werden nachfolgend kurz aufgelistet:

 

Hafen Ibbenbühren - Nordrhein-Westfalen - Abzweig in Stichkanal Ibbenbühren bei Kanalkilometer 3,94

Hafen Recke - Nordrhein-Westfalen - Sportboothafen bei Km 12,80 - Ladestelle Recke von Km 13,38 - Km 13,48 - Liegehafen Recke ab Km 13,93-14,53

Hafen Osnabrück - Niedersachsen - Abzweig in Stichkanal Osnabrück bei Kanalkilometer 30,39

Hafen Bramsche - Niedersachsen

Hafen Bad Essen - Niedersachsen - ab Km 61,15 

Hafen Getmold - Nordrhein-Westfalen (Umschlagstelle) - Km 70,84

Hafen Lübbecke - Nordrhein-Westfalen (Umschlagstelle) - Km 79,79

Hafen Hille - Nordrhein-Westfalen (Umschlagstille) - Km 83,39

Hafen Minden - Nordrhein-Westfalen - Einfahrt bei Kanalkilometer 102,93

Hafen Bückeburg - Niedersachsen (Umschlagstelle Berenbusch / Stadt Bückeburg) - Km 106,96 - Liegehafen Berenbusch Km 107,14

Hafen Niedernwöhren - Niedersachsen

Hafen Sachsenhagen - Niedersachsen

Hafen Wunstorf - Niedersachsen

Hafen Seelze - Niedersachsen

Hafen Hannover - Niedersachsen

Hafen Sehnde - Niedersachsen

Hafen Hildesheim - Niedersachsen

Hafen Mehrum - Niedersachsen

Hafen Peine - Niedersachsen

Hafen BraunschweigNiedersachsen

Hafen WolfsburgNiedersachsen

Hafen Flechtlingen - Sachsen-Anhalt

Hafen HalderslebenSachsen-Anhalt

Hafen Vahldorf - Sachsen-Anhalt

Hafen MagdeburgSachsen-Anhalt

 

 


 

wasserstrassenkreuz minden trogbruecke
Wasserstrassenkreuz Minden - im Vordergrund die alte Trogbrücke

 

Das Wasserstrassenkreuz Minden im Mittellandkanal

 

Ungefähr 2,5 km in nördlicher Richtung vom Zentrum der Stadt Minden entfernt befindet sich das größte Wasserstraßenkreuz in Nordrhein-Westfalen, das Wasserstraßenkreuz Minden. An dieser Stelle wird der Mittellandkanal in 13 Metern Höhe in zwei Trogbrücken über die Weser hinweggeführt. Was sich so einfach liest, ist tatsächlich eine technische Meisterleistung.

 

Die erste Trogbrücke über die Weser wurde im Rahmen des ersten Bauabschnitts des Mittellandkanals gebaut. Nicht nur war der Bau der Trogbrücke eine technische Herausforderung, die Bauzeit dauerte immerhin auch 33 ´Monate. Baubeginn war im Jahr 1911 und am 25. Mai 1914 konnte erstmals Wasser in die Trogbrücke gefüllt werden. Die alte Trogbrücke hat eine Länge von 370 Metern, der Kanaltrog ist 24 Meter weit und hat eine Tiefe von 3 Metern. Zwei Bögen der Trogbrücke überqueren die Weser, die jeweils eine lichte Weite von 50 Metern haben. Durch die immer größer werdenden Motorschiffe wurde die alte Trogbrücke für den Binnenschiffsverkehr langsam zu klein.

 

Im Rahmen des weiteren Ausbaus des Mittellandkanals wurde ab Oktober 1993 eine zweite Trogbrücke über die Weser gebaut. Diese Brücke ist schon augenscheinlich erheblich größer. Anders als bei der alten Brücke wurde eine Stahlbrücke gebaut, deren zusammengeschweißte Einzelteile einen Kanaltrog von 341 Metern Länge, bei einer befahrbaren Wasserbreite von 42 Metern und 4 Metern Wassertiefe. Auf der Brücke können sich Schiffe in beiden Richtungen begegnen. Nach insgesamt knapp 5 Jahren Bauzeit wurde die Neue Trogbrücke Minden am 25. August 1998 dem Verkehr übergeben.

 

Die Alte Trogbrücke ist weiterhin an den Mittellandkanal angeschlossen wird aber nur noch von Sportfahrzeugen genutzt. Frachtschiffe fahren nur noch auf der Neuen Trogbrücke.

 

 

wasserstrassenkreuz minden trogbruecke
Wasserstrassenkreuz Minden - die alte Trogbrücke überquert die 13 Meter tiefer liegende Weser
mittellandkanal trogbruecke minden
Ein Blick auf die Alte Trogbrücke, direkt dahinter steht die Neue Trogbrücke
mittellandkanal trogbruecke minden weser fluss
Blick zwischen die beiden Trogbrücken, die an dieser Stelle die Weser überqueren
mittellandkanal neue trogbruecke minden
Die Stahlkonstruktion der Neuen Trogbrücke
trogbruecke mittellandkanal wasserstrassenkreuz minden
Ein Blick unter die Neue Trogbrücke am Wasserstrassenkreuz Minden
wasserstrassenkreuz minden trogbruecken
Ein Blick zwischen die beiden Trogbrücken im Wasserstrassenkreuz Minden
wasserstrassenkreuz minden trogbruecken
Ein Blick von der Aussichtsplattform zwischen die beiden Trogbrücken, die an dieser Stelle überspannen die Brücken die Überflutungszone der Weser
mittellandkanal wasserstrassen kreuz minden
Zwei Binnenschiffe begegnen sich auf der Trogbrücke im Wasserstrassenkreuz Minden im Mittellandkanal
wasserstrassenkreuz minden neue trogbruecke frachtschiffe
Zwei Frachtschiffe begegnen sich auf der Neuen Trogbrücke im Wasserstrassenkreuz Minden
wasserstrassenkreuz minden alte trogbruecke mittellandkanal ruderboot
Wasserstrassenkreuz Minden - Sportbootverkehr - Ein Ruderer auf der alten Trogbrücke
wasserstrassenkreuz minden hauptpumpenwerk
Das Hauptpumpenwerk am Wasserstrassenkreuz Minden das südlich der alten Trogrbrücke liegt

 

Der Verbindungskanal Nord zur Weser (VKN)

 

Um vom Mittellandkanal in die Weser absteigen bzw. aus der Weser in den Mittellandkanal zu gelangen gibt es den Verbindungskanal Nord zur Weser, dieser ist die kürzeste Verbindung zwischen Weser und Mittellandkanal. Die Höhendifferenz zwischen dem Wasserpegel im Kanal und der tiefer verlaufenden Weser ist an dieser Stelle beträchtlich und die Fallhöhe von maximal 13,20 Metern (an der Schachtschleuse Minden) wird von 2 Schleusen überbrückt. Vom Anfang am Oberen Vorhafen bis zum Unteren Vorhafen, an der Einmündung in die Weser hat der Verbindungskanal eine Länge 1290 Metern. Der Verbindungskanal und die Schachtschleuse Minden wurden noch 1914, im Rahmen des ersten Bauabschnitts des Mittellandkanals fertiggestellt.

 

Die Schachtschleuse Minden im VKN

 

Erbaut wurde die Schachtschleuse Minden zwischen 1911 und 1914. Die Kammerlänge von 85 Metern, bei einer Breite von 10 Metern entsprach der damaligen Schiffsgröße. Da Kanäle kein eigenes Wasser haben sondern auf den Zufluss aus Flüssen und Stauseen angewiesen sind, wurde es nötig, den Wasserverbrauch für Schleusungen in der Schachtschleuse so gering wie möglich zu halten. Zu diesem Zweck wurden zu beiden Seiten der Schleusenkammer jeweils acht Sparbecken in vier Ebenen eingebaut.

 

Bei Abwärtschleusungen, also aus dem Mittellandkanal heraus und zum Unterwasser in Richtung Weser, werden aus der Schleusenkammer 7.300 m³ in die Sparbecken gepumpt und 4.000 m³ werden in die Weser abgelassen. Umgekehrt wird bei der Aufwärtsschleusung, also bei Fahrtrichtung von der Weser zum Mittellandkanal, werden die Sparbecken in die Schleusenkammer umgepumpt und 4.000 m³ Wasser werden aus dem Mittellandkanal entnommen.

 

Abhängig vom Wasserstand der Weser kann die Fallhöhe bis zu 13,20 Meter betragen. Das Obertor der Schachtschleuse ist als Klapptor ausgeführt, während das Untertor als Hubtor ausgeführt ist.

 

Gegen Entgelt können Besucher Einblick in die Schachtschleuse bekommen. Tickets können am Automaten vor dem Besuchereingang (Drehkreuz) erworben werden. Aktuell ist der Automat nicht betriebsbereit.

 

schachtschleuse minden
Die Schachtschleuse Minden, vom Oberwasser aus gesehen, bei geschlossenem Obertor.
schachtschleuse minden
Schachtschleuse Minden
schachtschleuse weser
Die Schachtschleuse Weser vom Unterwasser aus gesehen.
schachtschleuse minden
Schachtschleuse Minden - Blick auf das geschlossene Untertor

 

Die Weserschleuse Minden im VKN

 

Mit der Zunahme des Binnenschiffverkehrs einher ging auch der Bau neuerer und erheblich größerer Motorschiffe, womit die alte Schachtschleuse Minden langsam ihre Kapazitätsgrenzen erreichte. Moderne Großmotorschiffe (GMS) haben heutzutage eine Länge von 110 Metern, Koppelverbände (Großmotorschiff mit vorne angekoppeltem Schubleichter) kommen auf eine Länge von 139 Metern. Um die Verkehrsanbindung des Mittellandkanals zu den Häfen Bremen und Bremerhaven sicherzustellen wurde eine neue Schleuse im VKN benötigt, da der VKN die kürzeste und schnellste Verbindung vom Mittellandkanal zur Weser ist.

 

Im Rahmen des weiteren Ausbaus des Mittellandkanals wurde der Neubau einer zweiten Schleuse im Verbindungskanal Nord zur Weser im Mittellandkanal vorgesehen. Die neue Weserschleuse Minden sollte direkt neben der alten Schachtschleuse Minden erbaut werden. Mit den Bauarbeiten wurde im Frühjahr 2010 begonnen. Die Inbetriebnahme der Weserschleuse Minden war am 18. August 2017. Ebenso wie die Schachtschleuse wurde die Weserschleuse als Sparschleuse gebaut; direkt neben der Schleusenkammer, auf der östlichen Seite, sind drei Sparbecken verbaut, von denen zwei Becken in zwei Ebenen übereinander liegen.

 

Die neue Weserschleuse Minden hat eine nutzbare Kammerlänge von 139 Metern, bei einer Breite von 12,50 Metern und einer Drempeltiefe von 4,00 Metern. Der Achsabstand zwischen Schachtschleuse und Weserschleuse beträgt 52 Meter. Abhängig vom Wasserstand der Weser beträgt die maximale Fallhöhe am Untertor 13,30 Meter. Das Untertor ist als Stemmtor (öffnet sich nach innen) und das Obertor ist als

Zugsegmenttor (=um horizontale Achse drehbarer Staukörper) ausgeführt. Der Wasserverbrauch entspricht dem Doppelten der Schachtschleuse.

 

 

weserschleuse minden untertor
Das Untertor der Weserschleuse Minden bei geöffneten Stemmtoren
weserschleuse minden
Weserschleuse Minden mit geschlossenem Untertor
weserschleuse minden hubhoehe
Angabe der maximalen Fallhöhe = Hubhöhe an der Weserschleuse Minden
weserschleuse minden sparbecken
Blick in das Sparbecken der Weserschleuse Minden während der Befüllung

weserschleuse minden schleusenkammer
Abwärtsschleusung in der Weserschleuse Minden - Blick in die geöffnete Schleusenkammer
weserschleuse minden
Blick auf die Weserschleuse Minden aus Richtung Vorhafen Oberwasser

 

Der Verbindungskanal Süd zur Weser (VKS)

 

Die zweite Möglichkeit der Anbindung des Mittellandkanals an die Weser ist der Verbindungskanal Süd zur Weser (VKS) auch Südabstieg genannt. Der Abzweig aus dem Mittellandkanal beginnt bei Kanalkilometer 102,93 und liegt an der westlichen Seite des Wasserstraßenkreuzes Minden. Insgesamt hat der Verbindungskanal eine Länge von 1,33 km und mündet bei Stromkilometer 204,47 in die Weser. Der Verbindungskanal Süd ist als Verbundschleusensystem erbaut worden; d.h. der Kanal besitzt eine Oberschleuse und eine tiefer gelegene Unterschleuse. Die lange Kanalstrecke zwischen den Schleusen, die sogenannte Zwischenhaltung sorgt für nur geringe Schwankungen des Wasserspiegels.

 

Die Oberschleuse überwindet eine Fallhöhe zur Weser von 6,30 Meter bei einer Kammerlänge von 82,00 Metern und einer Breite von 10 Metern und beginnt ab Kanalkilometer 0,16. Die Zwischenhaltung liegt zwischen Kanalkilometer 0,27-0,45. Nach der Oberschleuse liegen die Einfahrten zu den Becken I und II des Mindener Hafens.

 

Die Unterschleuse beginnt bei Kanalkilometer 1,2 und zwar bereits eine Breite von 12,50 Metern, jedoch nur eine Kammerlänge von 82 Metern, womit die Verbundschleuse insgesamt den modernen Anforderungen der Binnenschifffahrt nicht mehr genügt.

 

 

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Schleuse Anderten im Mittellandkanal

 

Von Westen kommend ist die erste große Schleuse, die direkt im Mittellandkanal liegt, die Schleuse Anderten in Hannover, allgemein als Hindenburgschleuse Anderten, im Stadtteil Hannover-Anderten gelegen. Die Position der Schleuse ist direkt auf der Scheitelhaltung des Mittellandkanals und sie liegt damit zwischen der Westhaltung und der Osthaltung des Kanals. Gelegen in exakter Nord-Süd-Ausrichtung, überwindet die Schleuse zwischen dem Unterwasser im Norden und dem Oberwasser im Süden eine Fallhöhe von 14,70 Metern. Die Schleuse liegt am MLK-Km 174,24.

 

Baubeginn war 1923 und nach 5 Jahren Bauzeit wurde die Schleuse am 20. Juni 1928 im Beisein von Reichspräsident von Hindenburg eröffnet und dem Verkehr übergeben. Da im Bereich der Scheitelhaltung die Wasserversorgung schwierig ist, wurde die Schleusenanlage als Sparschleuse gebaut. Dazu wurden für jede Schleuse 50 Sparkammern gebaut, die während der Schleusenvorgänge befüllt oder entleert werden, um den Wasserverbrauch zu beschränken. Der tatsächliche Verbrauch, also echter Wasserverlust pro Schleusenvorgang beträgt 9.828 m³. 

 

Die als Doppelschleuse angelegte Schleusenanlage in Hannover-Anderten besteht aus zwei Schleusenkammern, der Westschleuse und der Ostschleuse. Beide Schleuse haben gleiche Maße:

 

Kammerlänge: 225,00 Meter

Nutzlänge: 214,00 Meter

Kammerbreite: 12,00 Meter

Nutzbare Breite 11,60 Meter

Drempeltiefe: 3.50 Meter

Echte Fahrrinnentiefe: 4,00 Meter

Durchfahrtshöhe Unterhaupt Westkammer: 5,50 Meter

Durchfahrtshöhe Unterhaupt Ostkammer: 6,50 Meter

Durchfahrtshöhen Oberhaupt: 5,90 Meter

Volumen der Schleusenkammern: 39.798 m³

Tatsächlicher Wasserverbrauch je Schleusenvorgang: 9.828 m³

Fallhöhe: 14,70 Meter

Tore im Unterhaupt: Hubtore

Tore im Oberhaupt: Zugsegmenttore

 

Zuständigkeit: Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Mittellandkanal / Elbe-Seitenkanal, Standort Braunschweig

 

Adresse: 

Hindenburgschleuse Anderten

An der Schleuse

30559 Hannover

 

Öffnungszeiten: täglich von 00:00h - 24:00h

 

 

 

 

Der Schleusenbetrieb in der Schleuse Anderten

 

Der Mittellandkanal ist nicht nur die wichtigste West-Ost-Verbindung im Bundes-Wasserstraßennetz, im Kanal ist immer etwas los. Weil die Schleuse Hannover-Anderten die Scheitelhaltung des Kanals ist, wird hier auch eine Fallhöhe von 14,70 Metern überwunden. Langweilig wird es hier nie, denn ein Schiff folgt auf das andere.

 

Das Video zeigt die Auf- und Abwärtsschleusung in der Schleuse Anderten.

 


schleuse anderten mittellandkanal
Schleuse Anderten im Mittellandkanal
schleuse anderten mittellandkanal
Schleuse Anderten im Mittellandkanal
schleuse anderten mittellandkanal
Schleuse Anderten im Mittellandkanal - Ansicht vom Oberwasser auf das Obertor mit verschlossenem Zugsegmenttor
schleuse anderten mittellandkanal
Schleuse Anderten im Mittellandkanal - Westkammer mit zwei Schiffen in der Aufwärtsschleusung
schleuse anderten mittellandkanal
Schleuse Anderten im Mittellandkanal - Westkammer

schleuse anderten mittellandkanal
Schleuse Anderten - Westkammer mit Schiffen nach der Einfahrt in die Schleusenkammer - Die Schiffe fahren in Richtung Westen.
schleuse anderten mittellandkanal
Schleuse Anderten Mittellandkanal - Schiffe in der Westkammer bei der Abwärtsschleusung - Fahrtrichtung West

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