Familie Alke - Alcidae

 

 

Bei den Alken handelt es sich um tauchfähige Meeresvögel, bei denen die Beine weit hinten am Rumpf eingelenkt sind. Das führt zu einer aufrechten Körperhaltung, wenn die Vögel an Land sind. Beim Laufen wirken sie daher eher unbeholfen. 

 

Die Arten im Nordatlantik haben überwiegend eine dunkle Oberseite und eine weiße Unterseite. Durch, bei den meisten Arten vorliegende synchrone Schwingenmauser, kommt es während der Mauser vorübergehend zur Flugunfähigkeit.

 

Alke sind in der Regel Koloniebrüter und brüten in Meeresnähe an Felswänden der Steilküste, an Hängen oder auf Blockhalden . Die Gelege bestehen im Durchschnitt aus 2-3 Eiern und sind konisch geformt, um ein Abstürzen von den Felsbändern zu verhindern.

 

In der nörlichen Hemisphäre gehören zur Familie der Aklen (Alcidae) sechs Arten:

  • Gryllteiste (Cepphus grylle)
  • Trottellumme (Uria aalge)
  • Dickschnabellumme (Uria lomvia)
  • Tordalk (Alca torda)
  • Krabbentaucher (Alle alle)
  • Papageitaucher (Fratercula arcitica)

Die Arten der Alke bevorzugen für ihr Brutgeschäft überwiegend die Felswände der Steilküsten, die sogenannten Vogelfelsen.

 

 

Was ist ein Vogelfelsen?

 

Vogelfelsen sind immer an der Steilküste zu finden, wo die Felswand fast senkrecht in das Meer stürzt. Diese Steilwände sind mit Felsbändern durchzogen, auf denen verschiedene Vogelarten brüten und ihre Jungen aufziehen. Je nach Gebiet können an solchen Vogelfelsen zehntausende von Vögeln unterwegs sein. Was anfänglich vielleicht nach einer zufälligen Verteilung der Arten an der Steilwand aussieht, ist in Wirklichkeit eine organisierte Angelegenheit. Tatsächlich ist ein Vogelfelsen in mehrere Zonen aufgeteilt, wo die Seevögel, nach Arten getrennt, ihr Brutgeschäft betreiben.

 

Die großen Seevogelkolonien in der nördlichen Hemisphäre sind Island, Norwegen und Schottland. Nur die deutsche Hochseeinsel Helgoland kann mit ihrer westlichen Steilküste die gleichen Bedingungen schaffen, wie z.B. die Orkney- oder Shetland Inseln in Schottland.

 

 

stockwerke vogelfelsen
Die Stockwerke des Vogelfelsens

 

Die Stockwerke des Vogelfelsens

 

Zur Klärung der Frage, was ein Vogelfelsen ist, müssen wir zuerst klären, wo Vogelfelsen zu finden sind.

 

Vogelfelsen finden sich immer an Steilküsten. Bei Steilküsten trifft das Meer auf das steil aufragende Festland. Es findet also kein allmählicher Übergang vom Festlandssockel über den Strand auf das flache Land statt, wie das bei Flachküsten der Fall ist.

 

Die Steilküste ist also eine Kliffküste und der direkte Kontakt zur Meeresbrandung führt dazu, daß Gestein am Fuß der Steilwand kontinuierlich ausgespült und abgetragen wird. Wenn die Hohlkehle am Fuß der Steilwand tief genug geworden ist, kann es zu einem Abbruch der Steilwand / Steilküste führen.

 

Steilküsten haben daher auch regelmäßig Schotterflächen, die unter Wasser stehen und dann zum Wandfuß hin in Geröllfelder übergehen. Oberhalb der Geröllfelder beginnt dann schon das untere Stockwerk des Vogelfelsens.

 

Die Verteilung der Seevögel am Vogelfelsen ist dann auch nicht dem Zufallsprinzip unterworfen sondern folgt einer gewissen Ordnung, die sich in aller Regel bei allen Vogelfelsen wiederfindet. Natürlich hängt die Belegung auch von der Anzahl der Seevogelarten am Vogelfelsen ab. Auch am Vogelfelsen herrscht Angebot und Nachfrage. Wenn z.B. die Trottellumme eine große Kolonie gebildet hat und zahlenmäßig sehr stark ist, und andere Arten in dieser Gegend nicht vorkommen, dann verschiebt sich auch die Belegung der Stockwerke am Vogelfelsen. Natürlich hängt auch die Zahl der verfügbaren Felsbänder an der entsprechenden Steilwand die Belegungsmöglichkeiten der Seevogelarten ein.

 


 

Die Stockwerke eines Vogelfelsens

 

Die obige Grafik zeigt bereits im Überblick, welche Arten auf welchen Etagen anzutreffen wären. Wie schon oben geschrieben, hängt das zuerst vom Vorkommen der Art in diesem Gebiet ab. Außerdem gibt es keine strikte Trennung zwischen den Arten. Meistens treffen wir verschiedene Arten friedlich auf ihren Nestern auf dem gleichen Felsband.

 

Das oberste Stockwerk wird vom Papageitaucher belegt. Der Sandige Boden auf der Oberkante des Kliffs ist überwiegend mit Gras bewachsen. Die Tiefe des Erdreiches erlaubt es, dort Höhlen anzulegen. Für den Papageitaucher als Höhlenbrüter also das geeignete Gelände.

 

Unterhalb der Papageitaucher finden wir den Eissturmvogel, der für seine Zwecke die oberen Felsbereiche der Steilwand auswählt, die noch von Vegetation bedeckt sind.

 

Danach folgen die steilen Bereiche der Steilwand, die in Abständen von Felsbändern durchzogen sind. Auf diesen Felsbändern lassen sich Lummen, Tordalke und Dreizehenmöwen nieder. Es gibt keine reinen Brutkolonien auf den Felsbändern, die Arten nisten teilweise in engster Nachbarschaft auf den schmalen Felsbändern. Während die Dreizehenmöwe ein rudimentäres Nest aus Pflanzenteilen baut, kommen die Lummen, also Trottellummen und Dickschnabellummen,  ohne Nest aus und legen die Eier einfach auf dem Felsband ab. Die Eier liegen dabei nicht einfach nur auf dem Fels, sondern werden auf den Füßen und zwischen den Federn der Bauchseite bebrütet. Der Abstand zwischen den einzelnen "Brutplätzen" ist dann, bei hoher Belegung, auf den Hackabstand reduziert, also nicht unterhalb eines Abstandes in dem der Nachbar noch mit dem Schnabel erreicht werden könnte.

 

Beim Tordalk ist die Besonderheit, daß dieser kleine Höhlen und Nischen in der Felswand bezieht. Die Eier werden in eine Nistmulde im Gestein gelegt, der Abstand zum Nachbarn ist meist nicht länger als ein Vogel lang ist.

 

 

Wo sich Baßtölpel als Brutvogel niederlassen, besiedeln sie die oberen Ränge des Vogelfelsens und sind auch auf der Oberkante des Kliffs mit dem Brüten beschäftigt, wobei die Baßtölpel sehr stark auf den Zusammenhalt in der Kolonie achten. Besucher anderer Arten werden nicht geduldet. Dieses Verhalten kann dazu führen, daß die Baßtölpel auch einen ganzen Felsen für sich beanspruchen.

 

Kurz oberhalb der Wasserlinie finden wir die Gryllteiste, knapp darunter, und bereits im Blockbereich der Steilwandsohle, finden wir Kormorane und Krähenscharben.