Der Blaubussard oder Kordillerenadler (Granoaetus melanoleucus)

 

 

 

Der Blaubussard hat seine Heimat in den Anden Südamerikas und ist außerdem in den gemäßigten Zonen Südamerikas zu finden. Dort besiedelt er halboffene Landschaften und kommt noch im Hochgebirge auf Höhen von 3000 m vor. Außerdem ist er unter den Namen Kordillerenadler und Aguja bekannt.

 

Der Blaubussard ist ein außergewöhnlich schöner Bussard, vor allem fallen seine graublauen Federpartien sofort ins Auge. Er gehört zu den größten Bussarden und zeigt aber auch die Verhaltensweisen eines Adlers. In Europa wird der Blaubussard von Falknern gehalten und kommt auch in Vogelparks und Greifvogelstationen vor. Als Beizvogel gehört der Blaubussard oder Kordillerenadler zum "Niederen Flug".

 

Unterarten und Verbreitung

 

In Südamerika kommt der Blaubussard in zwei Unterarten vor, die geografisch getrennt sind:

  • Granoaetus melanoleucus australis Swann 1922: Nordwest-Venezuela südwärts entlang der Küste und der Anden bis nach Feuerland.
  • Granoaetus m. melanoleucus Veillot 1819: ab östliches und südliches Brasilien, Paraguay, Uruguay und Argentinien. (Nominatform, Unterseite heller - deutlich größer als die westliche Unterart).

 

blaubussard kordillerenadler vogel portrait
Blaubussard oder Kordillerenadler im Porträt
blaubussard vogel portrait
Blaubussard im Seitenprofil
blaubussard sitzend
Blaubussard auf dem Block

 

Steckbrief: Kordillerenadler - Blaubussard

 

Brutzeit – Gelege – Größe – Gewicht – Nahrung – Biotop – Alter

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Habichtverwandte (Accipitridae)

Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)

Gattung: Blaubussarde (Geranoaeetus)

Art: Kordillerenadler – Aguja - Blaubussard

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Geranoaeetus melanoleucus Viellot 1819

Artname in Englisch: Black-chested Buzzard-Eagle

Artname in Französisch: Buse aguia

Artname in Niederländisch: Grijze Arendbuizerd

Artname in Finnisch: Deguhaukka

Artname in Schwedisch: Svartbröstad vråg

Artname in Polnisch: Aguja wielka

Artname in Russisch: Агуйа

 

Vorkommen / Verbreitung: Der Blaubussard ist ein Brutvogel Südamerikas. Dort erstreckt sich das Verbreitungsgebiet überwiegend entlang der Westküste und folgt dem Verlauf der Anden und reicht im Süden bis nach Patagonien an der Südspitze Südamerikas. Von der Nordostküste an nach Südwesten ist sind weite Teile Südamerikas, inklusive des Regenwaldes nicht besiedelt. In Brasilien ist ein schmaler Streifen hinter der Ostküste besiedelt sowie der Süden des Landes. Ansonsten ist der Blaubussard im gesamten Süden Südamerikas verbreitet.

 

Wanderungen: In den Brutrevieren ist der Blaubussard Standvogel. Die Jungvögel begeben sich nach dem Ausfliegen auf Zerstreuungswanderungen.

 

Lebensraum – Biotop: Der Blaubussard besiedelt gemäßigte Zonen; dazu zählen Trockenwälder, Baumsavannen, reine Savannen und Weideland und kommt auch noch in Halbwüsten-Zonen. Außerdem siedelt der Blaubussard in küstennahen und Küstenregionen. Im Hochgebirge kommt der Blaubussard bis in Höhen von 4500 m vor.

 

Verhalten: Guter Gleit- und Segelflieger. Jagd aus dem Suchflug heraus. Wie andere Bussarde rüttelt der Blaubussard auch kurzfristig und stößt dann auf die Beute herab. Jagd wird auch von der Warte ausgeübt. Jagt auch anderen Greifvögeln die Beute ab. Während der Mittagszeit kreisen Blaubussarde in der Thermik.

 

Kennzeichen Der Blaubussard sieht wie ein Bussard aus, jedoch sehr kräftiger Schnabel, wie bei Adlern.

 

Oberseite überwiegend blaugrau. Blaugraue Federn im oberen Rückenbereich und auf der Vorderbrust mit Federsäumen. Unterseite weiß mit Sperberung. Bei zusammengelegten Flügeln überdecken die Flügelspitzen den Stoß (Schwanz).

 

Schnabel: dunkel an der Spitze bis hornfarben vor der Wachshaut

Wachshaut: gelb.

 

Füße: gelb

Iris: ad. = bernsteinfarben

 

Größe: 60-80 cm

Gewicht:

♂: ca. 1700 g

♀: ca. 2300 g

Spannweite: 149-184 cm

 

blaubussard sitzend
Blaubussard auf dem Block
blaubussard vogel portrait
Blaubussard
blaubussard vogel portrait
Blaubussard auf dem Block

 

Geschlechtsreife: ???.

Paarungszeit: monogame Dauerverbindung

 

Bruten1 Jahresbrut

Eiablage: Februar bis April.

Brutzeit: Februar bis spätestens Ende Juni

 

Nest: großes Nest aus kräftigen Zweigen, Durchmesser von 85 cm bis >100 cm.

Neststandort - Brutrevier: Beim Neststandort scheint der Blaubussard variabel zu sein. Horste finden sich Felsbändern und Felsvorsprüngen, in Baumwipfeln, teilweise auch auf Kakteen und Strommasten.

 

Gelege: (selten 1-) 2 (selten bis 3) Eier

 

Legeabstand - Legeinterval: mindestens 1 Tag.

Brutbeginn: Nach Ablage des zweiten Ei.

Brutdauer: 30 Tage.

Schlüpfen: ???

 

Nestlingsdauer - Führungszeit: bedunte Nesthocker, nach 56-59 Tagen verlassen die Jungen den Horst.

 

Flügge: Nach dem Verlassen des Horstes bleiben die jungen Blaubussarde noch im Familienverband und sind erst nach ca. 10 Monaten vollkommen selbständig.

 

Nahrung: Überwiegend Säugetiere, Vögel und deren Nestlinge, auch Reptilien, Insekten und Aas. Säugetieren machen bis zu 80% der Ernährung aus, vor allem Strauchratten, Meerschweinchen, Skunks, sowie Hasen und Kaninchen. Das maximale Beutegewicht liegt bei 3 kg.

 

Lebensdauer: In der Gefangenschaft kann der Blaubussard ein Lebensalter von bis zu 42 Jahren erreichen (Zoo und Falknerei).

 

Mortalität - Sterblichkeit: ???.

 

Feinde und Gefährdungen: Raubsäuger und Adler.

 

Jagdbares Wild: Nein

Jagdzeit: Nein

 

blaubussard sitzend
Blaubussard auf der Faust
blaubussard sitzend
Blaubussard auf der Faust - Greifvogelstation Hellenthal

 

Quellennachweise

 

Brown, Leslie, Die Greifvögel - Ihre Biologie und Ökologie, Paul Parey Verlag Hamburg und Berlin, 1979

Ferguson-Lees, Jame; Christie, David, Raptors of the World - A Field Guide, Christopher Helm London, 2005, reprinted 2019

Grzimek, Bernhard et al (HG), Grzimeks Tierleben, Enzyklopädie des Tierreiches, Band VII , Vögel 1, Kindler Verlag AG Zürich, 1968

Schönberg, Horst, Falknerei - Der Leitfaden für Prüfung und Praxis, Verlag Peter N. Klüh Darmstadt, 3. durchgesehene Auflage 2009

 

Bildnachweise

 

 


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