Die Schnatterente (Anas strepera)

 

 

Was ist eine Schnatterente?

 

die Schnatterente gehört zu den Schwimm- oder Gründelenten und ist unregelmäßiger Brutvogel in Mittel und Osteuropa, in Westeuropa kommt die Schnatterente unregelmäßig als Jahresvogel vor. In Deutschland kommt sie vielerorts vor allem als Wintergast und Durchzügler vor.

 

Woran erkennen wir die Schnatterente

 

Die Schnatterente ist etwas kleiner als eine Stockente. Vor allem das Männchen (Erpel ♂) ist an seiner fahlgrauen Färbung, den schwarzen Unterschwanzdecken und dem weißen Flügelspiegel schnell zu erkennen. Das Weibchen der Schnatterente ähnelt der Stockente, ist allerdings kleiner und hat eine hohe Stirnpartie.

 

Verbreitung der Schnatterente

 

Als Brutvogel ist die Schnatterente auf der eurasischen Landmasse von Spanien bis in die Mandschurei verbreitet, wobei vereinzelte Vorkommen auch auf den Halbinseln Kamtschatka und Sachalin in Russland vorkommen; weitere Vorkommen der Pfeifente gibt es auf dem nordamerikanischen Kontinent.

 

In Mitteleuropa ist die Schnatterente als Brutvogel lückenhaft verbreitet, und ist im Winter zusätzlich als Durchzügler und Wintergast anzutreffen, wo sie besonders in der Schweiz und in Süddeutschland häufiger auftreten.

 

Brutnachweise gibt es für die Niederlande; in Deutschland für Schleswig-Holstein (SH), Niedersachsen (NI), Nordrhein-Westfalen (NRW), Baden-Württemberg (BW), Bayern (BY), Mecklenburg-Vorpommern (MV); des weiteren in Tschechiche Republik, Großbritannien und Irland, Dänemark und in Russland

 

In NRW treffen wir die Schnatterente in größeren Beständen auf den Rieselfeldern Münster an.

 

schnatterente schwimmen wasser
Schnatterente auf Flachgewässer
schnatterente vogel wasserflaeche
Schnatterente ♂ (Erpel)
schnatterente vogel
Schnatterente ♂ (Erpel) auf Wasserfläche

 


Steckbrief: Schnatterente 

 

Brutzeit - Fortpflanzung - Gelege - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)

Familie: Entenvögel (Anatidae)

Unterfamilie: Schwimmenten / Gründelenten (Anatini)

Gattung: Eigentliche Enten (Anas)

Art: Schnatterente 

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Anas strepera

Artname in Englisch: Gadwall

Artname in Französisch: Canard chipeau

Artname in Niederländisch: Krakeend

 

Vorkommen / Verbreitung: Die Schnatterente ist Brutvogel im mittleren Eurasien und kommt vereinzelt noch in der Mandschurei und bis zur Insel Sachalin vor, ebenfalls gibt es Brutbestände in Nordamerika. In Europa kommt die Schnatterente als Jahresvogel vereinzelt vor in Südengland, BeNeLux, Frankreich, Spanien, Südeuropa und in Deutschland. Als Sommervogel ist die Schnatterente im südlichen Skandinavien anzutreffen, Dänemark, dem Ostteil Deutschlands, und in Osteuropa bis an den Ural.

 

Wanderungen: Zugvogel - Langstreckenzieher.

 

Überwinterung: Überwiegend ist die Schnatterente als Durchzügler und Wintergast im westlichen und mittleren Kontinentaleuropa anzutreffen, sowie am Schwarzen Meer und am Kaspischen Meer, sowie in der Türkei. Überwinterungen kommen auch in Nordafrika vor. Der Wegzug in südliche Quartiere beginnt in Mitteleuropa zwischen September und Oktober und die Schnatterenten treffen bis Mitte Dezember in den Winterquartieren ein; Rückzug dagegen bis Mitte März/April.

 

Lebensraum: Die Schnatterente besiedelt stehende oder langsam fließende nährstoffreiche (eutrophe) Flachgewässer im Binnenland sowie brackige Gewässer an der Küste. Auf dem Zug auch auf Küstengewässern anzutreffen.

 

Verhalten: Schnatterenten sind tag- und nachtaktiv.

 

Kennzeichen: Bei der Schnatterente sind Männchen und Weibchen eindeutig unterscheidbar, wobei die sie etwas kleiner und schlanker als die Stockente sind; auch die Flügel fallen bei der Schnatterente schmaler aus.

 

Auffallend ist die fahlgraue Erscheinung des Erpels (). Im Brutkleid ist das mittel- bis dunkelgrau, wobei Kopf und Brust bräunlich sind. Oberseite und Flanken sind fein dunkel gebändert. Diese Bänderung ist mit bloßem Auge nur aus nächster Nähe zu erkennen. Hinterbrust und Bauch hell. Der breite weiße Flügelspiegel ist meistens auch beim schwimmenden Vogel sichtbar. Das ähnelt sehr dem Stockenten ist allerdings kleiner, mit einer höheren Stirn und kürzerem Schnabel als bei der Stockente. In allen Kleidern sind Brust und Hinterbauch hell.

 

Im Ruhekleid ist der Schnabel bei + /juv orangegelb bei dunklem First, im Brutkleid dagegen einfarbig grau

 

Füße: adulte Schnatterente orangegelb mit schwarzen Schwimmhäuten, juv gelb mit grauen Schwimmhäuten.

 

Iris: die Iris der Schnatterente ist in allen Kleidern dunkelbraun

 

Größe: 46-56 cm

Gewicht: 500-1000 g, Männchen (Erpel) größer und schwerer

Spannweite: 78-90 cm

 

Stimme: Die Schnatterente ist wenig ruffreudig. ruft tief „ärrp“, der Balzruf klingt hoch pfeifend wie „pjii“ aber auch „ööh“ und ähnlich. Das quakt ähnlich der Stockente.

 

Geschlechtsreife: mit dem Ende des ersten Lebensjahres.

Paarungszeit: monogame Saisonverbindung, es kommt auch zu Fremdverpaarungen und Neuverpaarungen nach Gelegeverlust.

Bruten: 1 Jahresbrut

Eiablage: ab Mitte April in Westeuropa, dagegen in Mitteleuropa ab Ende April bis Juni

Brutzeit: April bis Juni

 

Nest: Nestmulde auf trockenem Untergrund, welche ca. 1-2 Tage vor Eiablage angelegt wird. Mit Dunen wird die Mulde erst ab 5 Eiern ausgelegt. Teilweise brüten Schnatterenten auch in größeren Möwenkolonien der Gattung Larus.

 

Gelege: (6)8-12(13) Das Weibchen brütet allein. 

Nachgelege: bei Gelegeverlust möglich

Legeabstand: 2 Tage

Brutbeginn: möglicherweise erst mit Ablage des vierten Ei, Ente (Weibchen) brütet

Brutdauer: 24-26 Tage, brütet

 

Nestlingsdauer: Nestflüchter die Jungen werden vom geführt.

 

Flügge: 45-50 Tage, Junge werden manchmal schon vorher vom verlassen.

 

Nahrung: Schnatterenten ernähren sich überwiegend pflanzlich. Tierische Nahrung wird im Sommerhalbjahr gelegentlich aufgenommen.

 

Lebensdauer: Schnatterenten werden maximal 13 Jahre alt.

 

Feinde: Hechte, Otter, Rotmilan, Seeadler

 

Mortalität: Von den Jungvögeln sterben ca. 37% bis in die 3. Lebenswoche.

Jagdzeit: Nein. Naturschutz

 

 

schnatterente schwimmen wasser
Schnatterenten auf Flachgewässer
schnatterente anas strepera schwimmen wasser
Schnatterente bei der Nahrungsaufnahme auf einem Flachgewässer