Der Höckerschwan (Cygnus olor)

 

Was ist ein Höckerschwan?

 

Was ist ein Höckerschwan? Der Höckerschwan ist der größte der drei Schwanarten in Europa. Den Höckerschwan kennen wir in Europa als Brutvogel, als Sommergast und als Wintergast.

 

Wo brüten Höckerschwäne? Als Brutvogel ist der Höckerschwan in ganz Europa bis in das Schwarzmeergebiet verbreitet.

 

Was für Lebensräume besiedelt der Höckerschwan? Der Höckerschwan bevorzugt nährstoffreiche stehende Gewässer und auch Gewässer mit geringer Fließgeschwindigkeit. Es werden Binnengewässer, Altarme, künstliche Seen und Teiche besiedelt.

 

Wo sucht der Höckerschwan seine Nahrung? Die Nahrung sucht der Höckerschwan im seichten Wasser der Gewässer, also regelmäßig im Uferbereich. Dort steht der Höckerschwan auch in Konkurrenz zu den Blässhühnern.

 

Wo brütet der Höckerschwan? Der Höckerschwan baut sein Nest am Gewässerufer oder auch auf kleinen Inseln im Gewässer, teilweise auch in der Ufervegetation. Das Nest wird auf trockenem erhöhten Untergrund gebaut.

Für den Unterbau wird grobes Baumaterial benutzt wie z.B. Reiser, Schilf und Binsen. Die Mulde wird mit Blättern und Dornen ausgelegt. Der äußere Durchmesser des Nestes beträgt stattliche 1-1,5 m.

 

 

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Ein Höckerschwan beim Putzen des Gefieders

 

Wie sieht der Höckerschwan aus?

 

Ein wesentliches Erkennungsmerkmal des Höckerschwans ist der, beim Schwimmen, S-förmig gehaltene Hals. Wenn Schwäne zum Flug starten wollen, spannen sie den ganzen Körper an und richten auch den Hals ganz gerade auf.

 

Die adulten Höckerschwäne sind weiß, die jungen Höckerschwäne zeigen ein graubraunes Gefieder.

 

Die Küken der Höckerschwäne zeigen ein oberseits bräunliches Dunenkleid, welches an der Unterseite weiß ist.

 

Der Schnabel der adulten Vögel ist orange-rot. Bei den juvenilen Höckerschwänen ist der Schnabel bleigrau. 

 

Ein weiteres wichtiges Erkennungsmerkmal des Höckerschwans ist der Schnabelhöcker. Der Schnabelhöcker ist bei den Jungvögeln nur angedeutet. Beim Männchen ist der Schnabelhöcker während der Brutzeit am größten, beim Weibchen fällt der Höcker kleiner aus. 

 

Vom Auge bis zur Schnabelbasis zeigt der Höckerschwan schwarze Gesichtsteile, die unbefiedert sind. 

 

Die Füsse sind in allen Altersstufen des Höckerschwan schwarz.

 

Die Iris ist beim Höckerschwan braun.  

 

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Höckerschwan auf einem See

 

Der Flug des Höckerschwans

 

Wenn Schwäne fliegen wollen, dann ist das ein Ereignis, das man gesehen haben muss. Der Schwan ist der größte Wasservogel Europas und der schwerste weltweit. Wenn ein Höckerschwan fliegen will, dann müssen mindestens 10 kg Lebendgewicht in die Lüfte gehoben werden.

 

Zum Start des Fluges benötigt der Höckerschwan viel freie Fläche, quasi eine Startbahn im Wasser. Dazu schwimmt der Schwan zu einer geeigneten Stelle, von wo aus er starten will. Der Beginn der Startphase wird damit eingeleitet, daß der Schwan seinen Hals lang ausstreckt. Für den Beobachter ist das immer ein untrügliches Zeichen. Der Vogel nimmt dann richtig Anlauf. Die Startphase beginnt damit, daß der Höckerschwan sich anfangs mit den Füßen von der Wasseroberfläche abstößt, dann läuft der Schwan fast über das Wasser, um genügend Fahrt aufzunehmen. Das ist hier deutlich zu sehen. 

 

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Höckerschwan Start #1
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Höckerschwan Start #2
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Höckerschwan Start #3

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Höckerschwan Start #4
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Höckerschwan Start #5
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Höckerschwan Start #6

 

Um abzuheben und zu fliegen, wenn auch nur knapp über der Wasseroberfläche, benötigte dieser Schwan eine Strecke von ungefähr 100 m. Eine lange Strecke, aber wenn man bedenkt, daß hier mindestens 10 kg Gewicht in die Lüfte gebracht werden müssen, dann ist die Strecke schon angemessen. 

 

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zwei Höckerschwäne im Flug

 

Der Höckerschwan - Alter - Todesursachen - Feinde

 

Allgemein wird für den Höckerschwan ein hohes Alter angenommen und von einzelnen Schwänen wurden sogar Lebensalter von 72 Jahren und höher berichtet. Darunter fällt z.B. der Schwan aus dem Londoner St. James Park der, von der Bevölkerung liebevoll "Old Jack" genannt, nachweislich im Alter von 72 Jahren verstorben ist. Nach den Ergebnissen der Vogelberingung erreichen wilde Schwäne ein maximales Alter von 18 Jahren und 11 Monaten.

 

Todesursachen und Feinde beim Höckerschwan

 

Wenn der Höckerschwan in Europa nicht überwiegend vollständig unter Schutz stehen würde, dann wäre der Mensch immer noch sein ärgster Feind. Der Höckerschwan fiel der Bruträuberei zum Opfer, d.h. seine Gelege wurden für den menschlichen Verzehr geraubt. Gerne wurden mausernde Vögel, darunter die adulten Vögel und die noch flugunfähigen Jungschwäne bevorzugt totgeschlagen, um Federn und Federfell für den menschlichen Gebrauch nutzen zu können. Dazu kam während der Winterzeit die Jagd auf, vom Hunger geschwächte Vögel, und das vor allem nur um den Balg der Tiere zu erbeuten, da der Schwan kein schmackhaftes Fleisch hat. Glücklicherweise ist der Höckerschwan in Mitteleuropa unter Schutz gestellt.

 

Der Höckerschwan ist in Mitteleuropa durchaus den Nachstellungen von Fuchs und Marder ausgesetzt. In Ufernähe brütende Höckerschwäne können auch von frei herumlaufenden Hunden auf dem Nest gerissen werden. In Osteuropa und, beginnend nun auch in Mitteldeutschland, kann der inzwischen auftretende Wolf, dem Höckerschwan während der Brutzeit und während der Jungenaufzucht gefährlich werden. Es sei angemerkt, daß vor allem junge und kränkelnde Vögel Raubwild relativ schutzlos ausgeliefert sind.

 

Wo vorhanden, können Seeadler auf jeden Fall den Jungschwänen gefährlich werden, einem gesunden, ausgewachsenen Schwan dürfte der Seeadler nichts anhaben können.

 

Ansonsten sind Höckerschwäne durchaus anfällig gegen Darmschmarotzer, wie z.B. den Bandwurm. Dazu kommen noch Erkrankungen durch Parasiten, welche besonders in trockenen Sommern, und damit verbundenen niedrigen Wasserständen, in Verbindung stehen.

 

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Höckerschwäne im Feuchtgebiet

 

Steckbrief: Höckerschwan

 

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)

Familie: Entenvögel (Anatidae)

Unterfamilie: Schwäne und Gänse (Anserinae)

Gattung: Schwäne (Cygnus)

Art: Höckerschwan

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Cygnus olor

Artname Höcherschwan Englisch: Mute Swan

Artname Höckerschwan Französisch: Cygne tubercule

Artname Höckerschwan Niederländisch: de knobbelzwaan.

 

Vorkommen / Verbreitung: Mitteleuropa, Benelux, Frankreich, Britische Inseln ganzjährig, Brutgebiete im südlichen Skandinavien, Baltikum, Russland, Kleinasien bis Nordchina

 

Überwinterung: skandinavische Bestände ziehen nach Mitteleuropa, teilweise in Niederlanden; asiatische Bestände ziehen in den Iran.

 

Wanderungen: Teilzieher; mitteleuropäische Schwäne bleiben meistens im Brutgebiet

 

Lebensraum - Biotop: Höckerschwäne besiedeln stehende oder langsam fließende nährstoffreiche (eutrophe) Gewässer, darunter z.B. Binnenseen, Altarme von Flüssen, künstliche Gewässer, auch künstliche Gewässer in Parkanlagen, heutzutage auch an künstlichen Gewässern aller Art.  

 

Verhalten: Höckerschwäne sind tag- und nachtaktiv. Höckerschwäne sind, wie auch alle anderen Schwäne, an Land eher schwerfällig und bewegen sich nur langsam. Im Gegensatz zu den Altvögeln können die Jungen tauchen, was die Altvögel nicht mehr können.

Der Flug des Höckerschwans beginnt immer gegen den Wind, wozu der Schwanz zuerst den Hals ausstreckt und dann Anlauf nimmt. Überwiegend wird vom Wasser gestartet, allerdings auch vom festen Land, wo die gleiche Prozedur erfolgt. Ohne Anlauf kann der Schwan nicht starten.

Die Nahrungssuche der Höckerschwäne erfolgt überwiegend in Flachgewässern, dabei finden wir die Höckerschwäne, wie sie Nahrung von der Wasseroberfläche aufnehmen. Wasserpflanzen werden durch Gründeln (eintauchen des Halses, wobei der Korpus teilweise um 180° nach vorne gekippt wird, unter Wasser aufgenommen. 

Während der Brutzeit sind Schwäne extrem territorial. 

 

Größe: 150-160 cm

etwas größer als ♀, nur im direkten Vergleich zu sehen.

Gewicht: ♂10,6-13,5 kg, ♀leichter mit ca. 10 kg; größter Wasservogel in Europa

Spannweite: 240 cm

 

Stimme: Höckerschwäne sind äußerst schweigsam. Zur Brutzeit werden gurgelnde Laute wie "uia" oder trompetenartig Rufe ähnlich "quiurr" als Zischen gebracht. Höckerschwäne die bedrängt oder angegriffen werden tragen ein gereiztes Zischen vor, gegen Artgenossen und auch gegen Menschen. Ein Angriff kann dann kurzfristig bevorstehen.

Beim Flug ist ein singendes Flügelgeräusch zu hören, wer dieses Geräusch schon gehört hat, wird daran immer den Höckerschwan identifizieren können, auch ohne die Vögel zu sehen; dagegen finden wir dieses Geräusch nicht bei Sing- und Zwergschwänen.

 

Fortpflanzung:

Geschlechtsreife: im dritten Jahr

Bruten: 1 / Jahr

Brutzeit: März-April

Nest: in Wassernähe, im seichten Wasser oder auf kleinen Inseln, besteht aus Schilf, Rohr und Reisig

Gelege: 5-8 Eier 

Legeabstand: ca. 2 Tage 

Brutbeginn: ab letztem gelegtem Ei

Brutdauer: 35-38 Tage 

Nestlingsdauer: Nestflüchter

Flügge: nach 120-150 Tage.

 

Nahrung: Wasserpflanzen und Kleintiere (Muscheln, Schnecken, Wasserasseln), Gras

 

Lebensdauer: Die Lebenserwartung des Höckerschwans liegt zwischen 14-19 Jahren. Das ältestes nachgewiesenes Exemplar eines Höckerschwans wurde 40 Jahre (Der Nachweis erfolgte durch die Beringung).

 

Feinde: Infektionskrankheiten, Mensch, Marder, Fuchs, wo vorhanden der Seeadler

 

Jagdbares Wild: Nein

Jagdzeit: Nein, Naturschutz

 

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zwei Höckerschwäne auf einem See


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