Der Kalifornische Kondor (Gymnogyps californianus)

 

 

Der Kalifornische Kondor gehört zu den Neuweltgeiern und ist die größte Geierart. Sein Vorkommen ist sehr beschränkt auf die US-amerikanischen Bundestaaten Kalifornien und Arizona (nur Nord-Arizona). Im Jahr 1987 war diese Arte auf einen kritischen Bestand von nur noch 22 Exemplaren zusammengeschrumpft. Durch ein konsequentes Zucht- und Auswilderungsprogramm konnten die Bestandszahlen wieder deutlich verbessert werden.

 

Laut einer Mitteilung des Zoos von San Diego betrug die Bestandsgröße in 2019 immerhin schon wieder 518 Individuen. Dieser Erfolg zeigt eindeutig, daß Zucht- und Auswilderungsprogramme die wohl probateste Möglichkeit sind, eine Art zu erhalten und eine Erholung der Brutbestände zu ermöglichen.

 

 

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Kalífornischer Kondor - Source: Deniece Platt/Agentur iStock

 

Wie sieht der Kalifornische Kondor aus?

 

Bei Flügelspannweiten von 249-300 cm ist der Kalifornische weltweit die größte Geierart. Die zusammengelegten Flügel decken mit den Spitzen langen Schwanz ab. Im Flugbild zeigen sich lange und breite Flügel; die Handschwingen sind etwas länger als die Armschwingen. Hals und Kopf sind nackt und zeigen beim adulten Individuum eine rötliche / rosafarbene Haut. Der Oberschnabel verlängert sich übergangslos in Stirn und Oberkopf. Ab der Schnabelwurzel beginnt ein Bewuchs mit Borstenfedern, die bis auf die Hälfte des Oberkopfes reichen und vor dem Auge bis an die Wange heranwachsen. Die rosafarbene Wachshaut reicht bis über die Hälfte des Oberschnabels. Am Halsansatz trägt der adulte Vogel eine Halskrause aus schwarzen, lanzettartigen Federn. Die Unterflügeldecke sind weiß.

 

Bei den juvenilen Individuen sind Kopf, Hals und Wachshaut anfangs noch tief dunkel und der Hals ist noch leicht mit Dunen bewachsen. In der immaturen Phase wandelt sich die Färbung von Kopf, Wachshaut und Hals in Richtung tiefes dunkelrot. Juvenile und immature Individuen zeigen bereits helle Unterflügeldecken, jedoch sind die Handschwingenfedern noch nicht so lang wie bei den adulten Vögeln.

 

In allen Kleidern sind die Läufe hell rötlich.

 

 

 

Steckbrief: Kalifornischer Kondor

 

Brutzeit – Gelege – Größe – Gewicht – Nahrung – Biotop – Alter

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Habichtverwandte (Accipitridae)

Gattung: Kammgeier (Gymnogyps)

Art: Kalifornischer Kondor

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Gymnogyps californianus

Artname in Englisch: California Condor

Artname in Französisch: Condor de Californie

Artname in Niederländisch: Californische Condor

Artname in Italienisch: Condor della California

Artname in Dänisch: Californisk kondor

Artname in Russisch: Калифорнийский кондор

 

Vorkommen / Verbreitung: Isolierte Gebiete in Kalifornien und Nord-Arizona.

 

Wanderungen: Wahrscheinlich nur Zerstreuungswanderungen der Jungvögel.

 

Lebensraum – Biotop: Trockene Mittelgebirge. In der freien Wildbahn eigentlich ausgestorben. Die Bestände werden durch ein Zucht- und Auswilderungsprogramm erhalten.

 

Verhalten: Sehr guter Gleit- und Segelflieger. Es ist nur selten Flügelschlag zu sehen. Der Kalifornische Kondor lässt sich in weiten Bögen von der Thermik nach oben tragen. Die Suchflüge dauern täglich mehrere Stunden. Im Sommer wird 7-8 Stunden geflogen, im Winter zwischen 5-6 Stunden. Wind und Regen beeinflussen die Aktivität des Kalifornischen Kondors.

 

Kennzeichen: Der Kalifornische Kondor ist die größte Art der Neuweltgeier und ist noch größer als der Andenkondor. Relativ kurzer Schwanz, der im Sitzen von den Flügeln bedeckt wird. Ober- und Unterseite dunkel. Mittlere und große Unterflügeldecken sind weiß bis grauweiß. Zerschlisse dunkle Halskrause. Der Kopf ist nackt und zeigt eine orangene bis gelbe Farbe, ebenso sind Hals und Kinn gefärbt. Hautfalte an Kinn und Kehle.

 

Schnabel: hornblau.

Wachshaut: orange

 

Läufe: dunkel-grau.

 

Iris: orange.

 

Größe: 109-127 cm

Schwanzlänge: 33-40 cm

Gewicht: 8.000-14.000 g

Spannweite: 274-310 (♂) cm

Flügellängen: 760-900 mm

 

Stimme: fast stumm, mit Ausnahme von zischenden, grunzenden und niesenden Lauten. Während der Brutzeit werden Warnlaute abgegeben.

Geschlechtsreife: wahrscheinlich nicht vor dem 5.-6.. Jahr, lebenslange monogame Verbindung.

Paarungszeit: Balz fällt mit dem Horstbau und Horstbezug zusammen, der vor der Eiablage stattfindet.

 

Bruten1 Jahresbrut

Eiablage: ab Februar

Brutzeit: Februar bis Mai.

 

 

Nest: Horstplattform aus Reisig.

Neststandort: Horste werden in Nischen und Höhlen in Steilwänden angelegt; teilweise auch in Höhlen in dicken Bäumen. Es werden meistens mehrere Horste angelegt.

 

Gelege: 1 Ei

Eier: grünlich-weißes Ei.

 

Eimasse und Eigewichte

Länge x Breite: 109,0x66,0 mm

Gewicht: ≈ ??? g

 

Nachgelege: bei Verlust des Ei kann 30 Tage später ein neues Gelege gezeitigt werden.

 

Brutdauer: ≃ 55-60 Tage, es brüten beide Altvögel abwechselnd.

 

Schlüpfen: Vom ersten Durchbrechen der Eischale bis zum endgültigen Verlassen der Schale vergehen entweder wenige Stunden, der Vorgang kann auch bis zu mehreren Tagen dauern.

 

Nestlingsdauer - Führungszeit: bedunter Nesthocker, der in den ersten Wochen permanent gehudert wird. Beide Altvögel hudern und füttern das Junge. Nach fünf bis sechs Monaten verlässt das Junge den Horst.

 

Flügge: Mit dem Verlassen des Horstes ist das Junge flugfähig. Die anschließende Bettelflugperiode dauert weitere 2-3 Monate.

 

Nahrung: Fallwild, Aas, Kadaver von Hausvieh. Kadaver werden in jedem Zustand der Zersetzung verzehrt, jedoch werden frische Kadaver eindeutig bevorzugt. Nach dem Abschluß der Bettelflugperiode kann der junge Kalifornische Kondor noch bis zu zwei Jahre bei den Altvögeln bleiben.

 

Lebensdauer: unbekannt.

 

Mortalität - Sterblichkeit: unbekannt.

 

Feinde und Gefährdungen: Der Kalifornische Kondor gehört zu den stark gefährdeten Arten, Tendenz = kritisch. In den USA wird ein Schutzprogramm unterhalten. Nachdem es in 1987 nur noch22 Individuen gab, konnte der Bestand in 2010 schon auf 342 Individuen gesteigert werden, in 2019 waren es schon 518 Individuen. Mehrere US-amerikanische Zoos halten den Kalifornischen Kondor, so. z.B. der Zoo von San Diego.

 

In der Wildnis werden die Eier von Raben oder Steinadlern genommen. Allgemein werden die Kalifornischen Kondore Opfer von Freileitungen und werden auch heute noch illegal bejagt.

 

 

 

Quellennachweise

 

Brown, Leslie, Die Greifvögel, Ihre Biologie und Ökologie, Paul Parey Verlag Hamburg und Berlin, 1979

Ferguson-Lees, James, Christie, David, Raptors of the World, A Field Guide, Christopher Helm London, 2005, reprinted 2019

Fischer, Wolfgang, Die Geier, Die Neue Brehm-Bücherei, A. Ziemsen Verlag Lutherstadt Wittenberg, 1963

Grzimek, Bernhard et al (HG), Grzimeks Tierleben, Band VII, Vögel 1, Kindler Verlag AG Zürich, 1968

Mebs, Theodor, Die Greifvögel Europas Nordafrikas und Vorderasiens, Franchk-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, 2. Auflage 2014

Weick, Friedhelm, Die Greifvögel der Welt, Verlag Paul Parey Hamburg und Berlin, 1980

 

Links

 

Kalifornischer Kondor, "California Condor". www. oiseaux-birds.com retrieved 2021_04_19

 

Zoo San Diego - Kalifornischer Kondor "California Condor". www. oiseaux-birds.com retrieved 2021_04_19

 

 

Bildnachweise

 

Kalifornischer Kondor - Source: Deniece Platt/Agentur iStock

 


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