Der Kampfläufer (Philomachus pugnax)

 

Was ist ein Kampfläufer?

 

Der Kampfläufer ist ein Brutvogel des nördlichen Skandinaviens, im nördlichen Russland und bis an die Küsten der ostsibirischen See anzutreffen, daneben kommen auch Brutvorkommen an der europäischen Nordsee vor, darunter in Frankreich, Belgien, Niederlande Deutschland und Dänemark. Vereinzelt gibt es auch Brutvorkommen in Osteuropa. In Deutschland und in Mitteleuropa ist der Kampfläufer auf dem Durchzug im Frühkjahr und im Herbst anzutreffen.

 

Als Durchzügler rastet der Kampfläufer vornehmlich auf Feuchtwiesen, in Moorgebieten, sowie auf Schlammflächen und an den Rändern von Flachgewässern.

 

 

 

Steckbrief: Kampfläufer

 

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Watvögel (Charadriiformes)

Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)

Gattung: Kampfläufer (Phylomachus)

Art: Kampfläufer 

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Philomachus pugnax

Artname in Englisch: Ruff

Artname in Französisch: Combattant varié

Artname in Niederländisch: Kemphaan

 

Vorkommen / Verbreitung: Als Brutvogel und Durchzügler ist der Kampfläufer in Europa verbreitet, wobei die Hauptbrutgebiete in Nordskandinavien und im nördlichen Russland liegen und dort bis zur ostsibirischen See reichen.

Weitere Vorkommen an den Nordseeküsten des europäischen Festlands (Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland, Dänemark), ebenfalls vereinzelte Brutvorkommen in Osteuropa.

Auf dem Zug in die Winterquartiere und auf dem Rückzug in die Brutreviere ist der Kampfläufer dann in ganz Kontinentaleuropa und auf den britischen Inseln anzutreffen.

 

Wanderungen: Zugvogel und Langstreckenzieher.

 

Überwinterung: Die Überwinterungsgebiete befinden sich in Nordafrika, wobei auch Gebiete im Senegaldelta und am Niger bezogen werden.

 

Lebensraum: Die Brutgebiete befinden sich in Feuchtwiesen, Sümpfen und Mooren, sowie in Taigamooren und in der Tundra. Auf dem Zug finden wir den Kampfläufer wiederum auf Feuchtwiesen, an Flachgewässern, an Gewässerrändern und auf Schlammflächen.

 

Verhalten: Kampfläufer sind überwiegend tagaktiv. Die Balz beginnt teilweise noch in der Dunkelheit, vor Sonnenaufgang. Auf dem Zug sind Kampfläufer Tag und Nacht. Kampfläufer sind überwiegend gesellige Vögel.

 

Kennzeichen: Das des Kampfläufers ist im Größenverhältnis mit dem Rotschenkel vergleichbar und ist dabei deutlich kleiner als das . Der Körperbau wirkt gedrungen bei einem kleinen Kopf, langer Halspartie und ebenfalls langen Beinen. Kurzer gerader Schnabel. Der Kampfläufer fällt durch seine aufrechte Körperhaltung auf.

 

Im Brutkleid ist das sehr auffällig mit einer perückenartigen bunten Federpracht auf dem Kopf, sowie einer Halskrause in den Hauptfarben braun, gelb, weiß, schwarz und grau. Das Prachtkleid des ist zeigt oberseitig eine braune Schuppenzeichnung sowie eine dunkle Querbänderung an Hals und Brust bei meistens hellem Gesicht.

 

Im Ruhekleid ist die Oberseite des einfarbig grau-braun und ähnelt dem Weibchen, einige Exemplare zeigen einen hellen Fleck an Hals und Nacken, bei meistens hellem Gesicht; Oberseite grau mit dunkler Schuppenzeichnung. Das wirkt im Ruhekleid noch einfarbiger als im Brutkleid und erscheint ziemlich fahl, bei hell bräunlich getöntem Hals und hellem Gesicht.

 

Juvenile Kampfläufer sind an der Oberseite  braunschwarz mit gelblichen Federsäumen, dagegen sind Hals, Brust und Unterseite blass ockerfarben bis  rostgelblich.

 

Im Flug stehen die Zehen über das Schwanzende hinaus (beachten). Undeutliche Flügelbinde im Flug.

 

Schnabel: schwärzlich bis orange, braun bis schwärzlich, juvenil schwarz

 

Füße: adulte Kampfläufer zeigen orange- bis rosafarbene Füße, die juv. grünliche Füße.

 

 

Größe: 29-32 cm 22-26 cm

Gewicht: 75 – 230 g, wobei die Männchen schwerer sind.

Spannweite: 54-60 cm, 46-49 cm

 

Stimme: Der Kampfläufer ist wenig ruffreudig. Beim Auffliegen eventuell ein Ruf der ähnlich „gä“ klingt. Daneben gibt es nächtliche Zugrufe, ein rauhes „kri“ oder „krü“. Der Warnruf klingt ähnlich „gaga“ beim und beim ein helles „gägägä“.

 

Geschlechtsreife: mit dem Ende des ersten Lebensjahres, erste Brut im zweiten Lebensjahr.

 

Paarungszeit: monogame Saisonverbindung.

 

Bruten: 1 Jahresbrut

Eiablage: ab Ende April teilweise erst Ende Mai

Brutzeit: April bis Juni

 

Nest: tiefe Nestmulde, wird mit trockenen Blättern ausgelegt. Die Nestmulde wird vom angelegt.

Gelege: 4 Eier, selten 3 Eier. Das Weibchen brütet überwiegend allein.

Eier: Kreiselförmig oder auch oval bis spindelförmig mit glatter Schale; helle bis blass-olivgrüne Grundfarbe, auch grün oder blaugrünlich. Gelbe oder dunkle Kleckse oder Flecken. Fleckung meistens am stumpfen Pol.

Nachgelege: Ersatzgelege werden nur bei frühem Gelegeverlust gezeitigt.

Legeabstand: 24-36 Stunden

 

Brutbeginn: nach Ablage des letzten Ei.

Brutdauer: 20-23 Tage, brütet

Huderzeit: 7-12 Tage

Nestlingsdauer: bedunte Nestflüchter die Jungen werden vom geführt.

 

Flügge: 25-27 Tage, die bleiben meisten bis zum Flüggewerden bei den Jungen, manchmal wird das Gelege auch schon nach 7-10 Tagen verlassen.

 

Nahrung: Die Nahrung der Kampfläufer besteht aus Wasserinsekten, Schnecken, kleine landgebundene wirbellose Tiere, im Notfall ausweichen auf Sämereien.

 

Lebensdauer: Kampfläufer werden maximal 10 Jahre alt.

 

Feinde: Fuchs, Marderhund, Wiesel, Falken, Möwen, Krähen und der Mensch, sowie Biotopverschlechterungen

 

Mortalität: Geschätzte Mortalität von ca. 47% pro Jahr.

 

Jagdzeit: Nein. Naturschutz