Der Königsgeier (Sarcoramphus papa)

 

 

Der Königsgeier gehört zu den Neuweltgeiern aus der Gattung Sarcoramphus. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Mittel und Südamerika, es beginnt in Mexiko und reicht bis in den Norden Argentiniens.

 

Der Königsgeier gehört zu den seltenen Geierarten und wird auch nur selten beobachtet. Trotz seiner zurückgezogenen Lebensart wird er als nicht gefährdet eingestuft.

 

 

koenigsgeier
Königsgeier - Quelle Michel VIARD/Agentur iStock

 

Steckbrief: Königsgeier

 

Brutzeit – Gelege – Größe – Gewicht – Nahrung – Biotop – Alter

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Habichtverwandte (Accipitridae)

Gattung: Königsgeier (Gymnogyps)

Art: Königsgeier

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Sarcoramphus papa

Artname in Englisch: King Vulture

Artname in Französisch: Sarcoramphe roi oder Vautour pape

Artname in Niederländisch: Koningsgier

Artname in Italienisch: Sarcoramphus papa oder Avvoltoio reale

Artname in Dänisch: Kongekondor

Artname in Russisch: Королевский гриф

 

Vorkommen / Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet des Königsgeiers beginnt in Mexiko und reicht südwärts bis in den Norden von Argentinien.

 

Wanderungen: Wahrscheinlich nur Zerstreuungswanderungen der Jungvögel.

 

Lebensraum – Biotop: Wälder und Savannen, Gebirge bis in Höhen von 1.500 m, maximal bis zu 3.000 m Höhe. Auch auf Grünland.

 

Verhalten: Sehr guter Gleitflieger, der täglich mehrere Stunden in der Thermik gleitet. Beim Segeln werden die Flügel waagerecht gehalten, nur die Handschwingen werden leicht aufgestellt. Sehr kräftiger Ruderflug. Im Segelflug werden nur selten die Flügel bewegt. Der Königsgeier tritt immer nur in kleinen Gruppen auf. Während der Nacht werden Schlafplätze auf Bäumen aufgesucht.

 

Kennzeichen

 

Schnabel: rot.

Wachshaut: rot

 

Läufe: dunkel-grau bis schwarz.

 

Iris: weiß.

 

Größe: 71-81 cm

Schwanzlänge: 21-26 cm

Gewicht: 3.000-3.750 g

Spannweite: 170-200 cm

Flügellängen: 494-500 mm

 

Stimme: fast stumm, mit Ausnahme von zischenden und niesenden Lauten. Während der Brutzeit und bei Gefahr werden Warnlaute abgegeben.

Geschlechtsreife: wahrscheinlich nicht vor dem 5.-6.. Jahr, lebenslange monogame Verbindung.

Paarungszeit:.ab Februar

 

Bruten1 Jahresbrut

Eiablage: ab Februar

Brutzeit: Februar bis April.

 

Nest: Der Königsgeier baut keine Nester, genistet wird auf dem Boden oder auf Baumstümpfen. Das Ei wird einfach auf den nackten Untergrund gelegt.

Neststandort: im Wald.

 

 

Gelege: 1 Ei (laut Fischer sogar 2 Eier)

Eier: gelbliches Ei mit rostroter Fleckung.

 

Eimasse und Eigewichte

Länge x Breite: 81,0x56,0 mm

Gewicht: ≈ ??? g

 

Nachgelege: unbekannt

 

Brutdauer: ≃ (48-50 Tage laut Fischer) 55-58 Tage, es brüten beide Altvögel abwechselnd.

 

Nestlingsdauer - Führungszeit: Nesthocker, das Junge ist anfangs nackt und hat erst nach einigen Tagen ein weißes Dunenkleid. Beide Altvögel versorgen und füttern das Junge.

 

Flügge: Das Junge ist wahrscheinlich nach 3-4 Monaten flügge und ist danach noch für weitere 6 Monate von den Altvögeln abhängig (vgl. Fischer).

 

Nahrung: Der Königsgeier ist ein Aasverwerter und ist von mittleren bis großen Kadavern abhängig. Mit seinem großen Schnabel kann der Geier sehr einfach die Haut des Kadavers abreißen; Haut gehört mit zur Hauptnahrung, daneben werden auch Bänder und Knorpel gefressen sowie alle harten Teile (also auch Knochen) des Kadavers. Fleisch kann mit Leichtigkeit vom Knochen abgezogen werden.

 

Lebensdauer: In Gefangenschaft kann der Königsgeier bis zu 30 Jahre alt werden, aus der freien Wildbahn liegen keine Daten vor.

 

Mortalität - Sterblichkeit: unbekannt.

 

Feinde und Gefährdungen: Der Königsgeier gilt nicht als gefährdet.

 

 

 

Quellennachweise

 

Brown, Leslie, Die Greifvögel, Ihre Biologie und Ökologie, Paul Parey Verlag Hamburg und Berlin, 1979

Ferguson-Lees, James, Christie, David, Raptors of the World, A Field Guide, Christopher Helm London, 2005, reprinted 2019

Ferguson-Lees, James & Christie, David, Raptors of the World, Houghton Mifflin Company Boston New York, 2001

Fischer, Wolfgang, Die Geier, Die Neue Brehm-Bücherei, A. Ziemsen Verlag Lutherstadt Wittenberg, 1963

Grzimek, Bernhard et al (HG), Grzimeks Tierleben, Band VII, Vögel 1, Kindler Verlag AG Zürich, 1968

Mebs, Theodor, Die Greifvögel Europas Nordafrikas und Vorderasiens, Franchk-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, 2. Auflage 2014

Weick, Friedhelm, Die Greifvögel der Welt, Verlag Paul Parey Hamburg und Berlin, 1980

 

 

Bildnachweise

 

Königigsgeier - Quelle: Michel VIARD/Agentur iStock