Der Riesenseeadler (Haliaeetus pelagicus)

 

 

 

Der Riesenseeadler ist die größte Art der Seeadler aus der Gattung Haliaeetus. Sein Verbreitungsgebiet liegt in Ostsibirien an den Küsten des Westpazifiks. Sein Verbreitungsgebiet umfasst lückig die Küsten des Bering- und Ochotskischen Meeres, wobei die Halbinsel Kamtschatka das Zentrum der Verbreitung ist.

 

Der Riesenseeadler gilt inzwischen als in seinem Bestand gefährdet. In Europa wird er von Falknerein, Greifvogelstationen, Vogelparks und Zoos gehalten.

 

 

 

Steckbrief: Riesenseeadler

 

Brutzeit – Gelege – Größe – Gewicht – Nahrung – Biotop – Alter

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Habichtverwandte (Accipitridae)

Gattung: Seeadler (Haliaeetus)

Art: Riesenseeadler

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Haliaeetus pelagicus Pallas 1811

Artname in Englisch: Steller’s Sea Eagle

Artname in Französisch: Pygargue empereur

Artname in Niederländisch: Stellers Zeearend

Artname in Dänish: Steller’s havørn

Artname in Schwedisch: Jättehavsörn

Artname in Russisch: Бјелоплећи бјелорепан

 

Vorkommen / Verbreitung: Der Riesenseeadler ist ein Brutvogel Ostasiens und überschneidet sich mit seinem Brutgebiet auch in Ostsibirien mit dem Seeadler (Haliaeetus albicilla). Sein Verbreitungsgebiet umfasst lückig die Küsten des Bering- und Ochotskischen Meeres, wobei die Halbinsel Kamtschatka das Zentrum der Verbreitung ist.

 

Wanderungen: Die Standpopulationen befinden sich meistens auch den ganzen Winter über in den Brutgebieten, jedoch wandern die Riesenseeadler von der Küste des Ochotskischen Meeres den Fluß Amur aufwärts bis in die Primorski-Region. Der Zug beginnt im Spätsommer und im September sind die Adler in den Wintergebieten eingetroffen, wo sie in größeren Gesellschaften überwintern. Der Heimzug beginnt im Februar und dauert bis in den Mai. Jungadler übersommern meistens auf Kamtschatka in größeren Zahlen.

 

Lebensraum – Biotop: lockere Wälder, der Küstenregion, Flüsse mit großen Baumbeständen, nahrungsreiche Gebiete mit ausreichendem Bestand an großen Bäumen; teilweise bis zu 60-70 km von der Küste entfernt. Unterläufe und Mittelläufe der Flüsse.

 

Verhalten: Guter Gleit- und Segelflieger. Jagd im Suchflug über dem Meer, auch Jagd in den Laichgründen der Fische in den Flussläufen. Kann im Sturzflug aus 3-4 m Höhe Fische aus dem Wasser fangen, mit dieser Methode werden Fische von bis 100 cm Länge erbeutet. Riesenseeadler versammeln sich auch zu Fraßgemeinschaften und teilen sich die Beute und fressen auch gemeinsam an Kadavern.

 

Kennzeichen Der Riesenseeadler ist die größte Art der Seeadler (Haliaeetus). Sehr großer, kräftiger gelber Schnabel. Oberseite tief dunkel bis schwarzbraun. Die meisten Federn haben schmale hellfahlbraune Spitzensäume. Kopffedern: die spitzen Federn des Kopfes haben hellgraubraune Enden und Schaftstreifen. Manchmal weißer Fleck auf Stirn und Scheitel. Schwingen braunschwarz. Kleine und Mittlere Oberflügeldecken, Daumenfittich, die oberen Unterflügeldecken sind weiß. Bürzel weiß. Unterseite ansonsten tiefschwarzbraun.

 

Juveniles Kleid: Federkleid insgesamt dunkelschwarzbraun; Federn an Kopf und Hals fahlgaubraun gestreift. Große Flügeldecken und Armschwingen haben weißliche Spitzen. Der noch relativ lange Stoß ist weißlich gewölkt. Der Schnabel ist noch schwärzlich bis schmutziggelb. Läufe und Fänge sind ab dem 2. Jahr hellgelb. Altersgefieder wird erst ab dem 6.-10. Lebensjahr angelegt.

 

Schnabel: gelb

Wachshaut: gelb.

 

Füße: gelb

Iris: ad. = gelb; juv. = braun

 

Größe: 85-105, cm; die ♀ sind im Ø 20-25% größer als die ♂

Gewicht:

♂: 4900-5252 g

♀: 7800-8970 g

Spannweite: 185-280 cm

Schnabelmaße: 66-75 mm

 

Geschlechtsreife: ???.

Paarungszeit: monogame Dauerverbindung, die Balz beginnt ab Ende Februar und dauert bis in den März.

 

Bruten1 Jahresbrut

Eiablage: ab erste Aprildekade.

Brutzeit: erste Aprildekade bis Ende Juni

 

Nest: Das Nest besteht aus grünen Zweigen von den Bäumen der Umgebung, die Mulde wird mit Gras, Blättern und Birkenrindenstücken ausgepolstert. Neue Horste werden zu Beginn der Balzzeit ab Ende März, teilweise auch bis Anfang April angelegt.

Neststandort - Brutrevier: Der Horst wird meistens in der Kronenregion von großen Bäumen angelegt. Für eine Ansiedlung des Riesenseeadlers sind große Bäume ein absolutes Muß. In nahrungsreichen Arealen, wo große Bäume fehlen, siedelt sich der Riesenseeadler nicht an.

 

Gelege: 2-3 Eier

Eier: leicht oval bis elliptisch; Farbe grünlichweiß

Eimaße und Gewichte:

Länge: 78,0-85,0 mm

Breite: 57,5-64,5 mm

Frischvollgewicht: 149 g

Schalengewicht: 19,1 g

Nachgelege: unbekannt

 

Legeabstand - Legeinterval: wahrscheinlich 4 Tage, ??? .

Brutbeginn: ???.

Brutdauer: 38-45 Tage (Dementjev 1951), nach Fischer wahrscheinlich 39-51 Tage.

Schlüpfen: ???

 

Nestlingsdauer - Führungszeit: bedunte Nesthocker, nach 56-59 Tagen verlassen die Jungen den Horst.

 

Flügge: Riesenseeadler werden nach ca. 70 Tagen flügge, danach sind sie zwar flugfähig werden aber noch weitere 2-3 Monate von den Altvögeln betreut um danach wegzuziehen.

 

Nahrung: Die Hauptgrundlage der Ernährung liefern Fische, die das ganze Jahr über gefangen werden. Riesenseeadler nehmen auch Aas auf, demnach kommen als Beutetiere auch die Kadaver von Robben, Delphinen, sonstigen Großfischen, Reste von Bärenfraß. Weitere Beutearten sind Alken, Lummen, Enten, Säger, Möwen, die Luder von Eisfüchsen und Rentieren.

 

Lebensdauer: ???.

 

Mortalität - Sterblichkeit: ???.

 

Feinde und Gefährdungen: Lebensraumzerstörung, Nahrungsmangel durch Rückgang der Fischbestände, Umweltverschmutzung.

 

Jagdbares Wild: Nein

Jagdzeit: Nein

 

 

Quellennachweise

 

Bednarek, Walter, Greifvögel, Biologie Ökologie Bestimmen Schützen, Landschaft Verlag Hannover,  1996

Brown, Leslie, Die Greifvögel, Ihre Biologie und Ökologie, Paul Parey Verlag Hamburg und Berlin, 1979

Ferguson-Lees, James; Christie, David, Raptors of the World, A Field Guide, Christopher Helm London, 2005, reprinted 2019

Fischer, Wolfgang, Die Seeadler, Die Neue Brehm-Bücherei, A. Ziemsen Verlag Wittenberg,1984

Grzimek, Bernhard et al (HG), Grzimeks Tierleben, Enzyklopädie des Tierreiches, Band VII , Vögel 1, Kindler Verlag AG Zürich, 1968

Schönberg, Horst, Falknerei - Der Leitfaden für Prüfung und Praxis, Verlag Peter N. Klüh Darmstadt, 3. durchgesehene Auflage 2009

Svenson, Lars et. al, Der Kosmos Vogelführer, Franck-Kosmos Verlag GmbH & Co. KG, Stuttgart, 2. Auflage 2011

 

 

Bildnachweise:

 

 

 


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