Die Ringelgans (Branta bernicla)

 

 

Was ist eine Ringelgans?

 

Die Ringelgans ist die kleinste und dunkelste der Meergänse. Ihre Brutgebiete sind zirkumpolar auf Kanada, Grönland, Franz-Joseph-Land, Spitzbergen und die sibirische Tundra vertreilt. Das größte sibirische Brutgebiet auf der Tamyr-Halbinsel in Nordsibirien.

 

Im Winter ist die Ringelgans ein häufiger Gast im gesamten Gebiet des Wattenmeeres, an den deutschen Küsten und auf den Halligen verbringen bis zu 50.000 Ringelgänse den Winter. Ein weiteres großes Überwinterungsgebiet ist das Rhein-Delta in den Niederlanden.

 

Der Lebensraum der Ringelgans

 

Das Brutgebiet der Ringelgans sind die küstennahen Tundren und Süßwasserseen nördlich des Polarkreises. Die Mauserplätze der Ringelgans werden auch in Küstennähe aufgesucht.

 

Die Winterquartiere sind ebenfalls küstennah oder werden in Küstennähe aufgesucht. Allerdings sind im Winter Ringelgänse auch bis zu 300 km in Binnenland anzutreffen, so z.B. am Niederrhein, wo Ringelgäste auch als Wintergäste eintreffen.

 

Die Mauser der Ringelgans

 

Die adulte Ringelgans mausert noch in den Sommerquartieren und fliegt mit erneuertem Federkleid in die Winterquartiere. Als Ausnahme davon sind die Schwanzfedern anzusehen, die tatsächlich während der Wintermonate erneuert werden. Nur die Jungvögel der vorigen Brutsaison mausern im Winterquartier.

 

 

Steckbrief: Kanadagans

 

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

 

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Familie: Entenvögel (Anatidae)

Unterfamilie: Echte Gänse (Anserini)

Gattung: Meergänse (Branta)

Art: Ringelgans

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Branta bernicla

Artname in Englisch: Brant Goose

Artname in Französisch: Bernache Cravant

Artname in Niederländisch: Rotgans

 

Vorkommen / Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet der Ringelgans ist zirkumpolar, also liegt um den Polarkreis herum und umfasst Nordamerika mit Ostkanada, Grönland, Franz-Joseph-Land, Spitzbergen und der sibirischen Tundra. Das Hauptbrutgebiet in Sibirien ist die Taymir-Halbinsel in Nordsibirien. In Nordwest- und Mitteleuropa tauchen die Ringelgänse als Durchzügler und Wintergäste auf.

 

Wanderungen: Zugvogel und Langstreckenzieher. Der Wegzug aus der sibirischen Tundra beginnt ab Mitte August bis Anfang September und führt zuerst in das Ostseegebiet. Die ersten Ringelgänse treffen bereits Ende September in Dänemark ein, während die Masse der Ringelgänse bis Oktober dort eintrifft und dann in das Wattenmeer weiterzieht, wo im Winter alleine in Niedersachsen im Winter bis zu 22.000 Exemplare anzutreffen sind. Insgesamt halten sich im gesamten Wattenmeer und auf den Halligen im Winter und Frühjahr bis zu 50.000 Ringelgänse auf. 80-90% der Weltpopulation überwintern an der Süd- und Ostküste Großbritanniens, im Rhein-Delta der Niederlande und an der französischen Westküste. Der Abzug aus dem Winterquartier erfolgt zwischen März und Mitte April.

 

Die Brutpopulationen der kanadischen Arktisinseln und aus Grönland ziehen über Island nach Irland, und an die britische Westküste, wo sie ihr Hauptwinterquartier haben. Dort treffen sie ab Mitte Oktober ein und ziehen im April wieder zurück.

 

Der größte Teil der Brutpopulationen Kanadas verbringt dagegen die Winterzeit an der US-amerikanischen Atlantikküste.

Die Brutpopulationen von Spitzbergen und Franz-Joseph-Land ziehen ab September südwärts und entlang der norwegischen Westküste, um Ende September/Anfang Oktober in Dänemark einzutreffen. Ein Teil dieser Zugvögel fliegt von Dänemark aus weiter in die nordenglische Grafschaft Northumberland.

 

Der Abzug aus Großbritannien erfolgt überwiegend Anfang April, während in Dänemark zuerst Zugvögel auf Vorsammelplätzen eintreffen, um danach gemeinsam in die Brutreviere zurückzukehren, was ab Mitte Mai erfolgt. Die Ankunft in Spitzbergen ist ab Ende Mai/Anfang Juni

 

Überwinterung: In Nordwest- und Mitteleuropa ist die Ringelgans Durchzügler und Wintergast. Von Dänemark bis hinunter in die Niederlande ist die Ringelgans regelmäßiger Wintergast und auch noch im Binnenland anzutreffen; auch Wintergast im Ostseegebiet.

 

Lebensraum / Biotop: Die Ringelgans ist ein Brutvogel der küstennahen Tundren und Süßwasserseen. Ihre Mauserplätze sucht die Ringelgans ebenfalls in Küstennähe. Außerhalb der Brutzeit und im Winterquartier sucht die Ringelgans ebenfalls flache Küstenbereiche auf, wie das Wattenmeer, um dort Nahrung zu suchen. Die Ruheplätze liegen auf dem Meer oder in geschützten Buchten. Im Winterquartier werden auch küstenferne Binnengewässer aufgesucht.

 

Verhalten: Die Ringelgans ist überwiegend als tagaktiv einzuordnen, ist aber auch in Mondnächten auf Nahrungssuche. Während zur Brutzeit die Nahrungssuche meist auf dem Land erfolgt, sucht die Ringelgans im Winterquartier dazu regelmäßig Flachgewässer auf.

 

Kennzeichen: Die Ringelgans ist die kleinste Meergans und außerdem die Gans mit der dunkelsten Gefiederzeichnung. Kopf, Hals und Brust sind schwarz, während die Oberseite dunkel braungrau ist; Oberschwanzdecken, Bauch und Unterschwanzdecken sind weiß. Die Ringelgans zeigt einen halbmondförmigen weißen Fleck an den Halsseiten, der eher als Ring zu erkennen ist.

 

Schnabel und Füße sind schwarz, die Iris ist dunkelbraun

 

Größe: 55-62 cm

Gewicht: zwischen 1300 bis 1600 g bei ausgewachsenen Exemplaren, die ♂ mit bis zu 1600 g größer und schwerer.

Spannweite: 105-117 cm

 

Stimme / Ruf: Ein einsilbiger Ruf der ähnlich „rock“ klingt, Rufreihen wie „rott-rott-rott“, überwiegend ist die Ringelgans als wenig ruffreudig einzustufen.

 

Geschlechtsreife: Erstbrüter frühestens ab dem 2. Jahr, sonst ab dem dritten Jahr.

Paarbildung: Die Paarbildung setzt bei der Ringelgans frühestens ab dem 12. Monat ein.

Paarungszeit: Es wird von einer monogamen Dauerverbindung eingegangen.

 

Bruten: 1 Jahresbrut.

Eiablage: Die Eiablage beginnt frühestens, sobald schneefreie Stellen in der Tundra vorhanden sind; also ab Anfang bis Mitte/Ende Juni

Brutzeit: Juni-bis Anfang August (spätestens).

 

Nest: Das Nest der Ringelgans ist eine flache Mulde, die mit Polstermaterial aus Flechten, Moos und Gräsern ausgelegt wird, was später noch mit Dunen ergänzt wird. Beide Altvögel bauen an der Nestmulde.

 

Gelege: (1-) in der Regel 3-5 (selten bis 8) Eier.

Eier: Die Form der Eier ist elliptisch bis spindelförmig auch länglich (überwiegend!), bei einer rahmfarbenen oder gelblichen glatten Schale.

Nachgelege: nicht bekannt.

Legeabstand: innerhalb eines Tages

Brutbeginn: nicht bekannt, möglicherweise mit Ablage des letzten Ei.

Brutdauer: Die Brutdauer variiert von mindestens 21 Tagen, im Mittel 24-26 Tagen und einem Maximum von 28 Tagen, die Bebrütung obliegt dem Ringelgans-♀, während der Brut wacht das ♂ in Nestnähe.

 

Nestlingsdauer: bedunte Nestflüchter, die das Nest schon kurz nach dem Schlüpfen verlassen. Beide Elternteile betreuen die Jungen.

Flügge: nach 40-50 Tagen können die Jungen fliegen, bleiben aber noch bis zum Beginn der nächsten Brutperiode bei den Altvögeln.

 

Nahrung: Auf dem Zug und während der Winterzeit ernähren sich Ringelgänse von Grünalgen und marinen Wasserpflanzen, also überwiegend pflanzlich. Es werden auch Gräser und Wintersaaten verzehrt.

 

Lebensdauer: Die Lebenserwartung der Ringelgänse kann bis zu 15 Jahre erreichen. Feinde und Gefährdungen: Störungen an Rast- und Nahrungsplätzen, Biotopverschlechterungen, im Brutgebiet sind es Greife, Fuchs und Möwen, wo vorhanden auch Adler.

 

Mortalität: Die Mortalität der Ringelgans liegt bei ungefähr 17 % pro Jahr.

 

Jagdbares Wild: Ja (gemäß BundesjagdzeitenVO).

 

Jagdzeit: laut Bundesjagdgesetz vom 01. November bis 15. Januar. In NRW keine Jagdzeit.