Der Rosaflamingo (Phoenicopterus ruber)

 

 

Was ist ein Rosaflamingo?

 

Der Rosaflamingo ist eine seltene Vogelart in Europa. Als Koloniebrüter kommt der Rosenflamingo in größeren Kolonien an der spanischen und französischen Mittelmeerküste vor, in Südfrankreich ist das größte Vorkommen in der Carmargue. Weitere Vorkommen existieren in Nordfrankreich, in den Niederlanden, sowie in Deutschland und Dänemark.

 

Als Jahresvogel und auch als Wintergast ist der Rosenflamingo entlang der Küsten des Mittelmeeres verbreitet. Neben den Winterquartieren in Nordafrika gibt es den Rosenflamingo als Standvogel im Nildelta und in den großen Feuchtgebieten Afrikas und den dortigen Flussdeltas in Westafrika, wie z.B. Senegal, Sierra Leone, Gabun, Kamerun oder auch in Feuchtgebieten des Binnenlandes, wie z.B. in Botswana. In Asien erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis nach Kazachstan im Norden und nach Inden und Sri Lanka im Süden und Osten.

 

In Deutschland ist inzwischen eine Brutpopulation im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn (Nordrhein-Westfalen) bekannt. Überwinterungsgebiete der Rosaflamingos gibt es im Rhein-Maas-Delta in den Niederlanden.

 

 

rosaflamingo vogel
Ein Trupp von Rosaflamingos auf dem Weg zum Wasser

 

Wie sieht der Rosaflamingo aus?

 

Am Rosaflamingo fallen sofort auf sein langer Hals, der meistens leicht S-förmig gehalten wird, die langen rosafarbenen Beine und der leicht abwärts gebogene Schnale mit der dunklen Schnabelspitze. Rosaflamingos sind sehr gesellige Tiere und treten immer in größeren Tupps auf. Zur Brutzeit bilden sie große Brutkolonien.

 

Die Gefiederfarbe des Rosaflamingo ist ein pastellfarbenes Weiß mit einem leicht rosafarbenen Grundton. Beim stehenden Exemplar fällt die rote Farbe der Flügeldecken auf, die am zusammengelegten Flügel noch als roter Streifen zu erkennen sind.

 

Im Flug wird der Hals fast waagerecht ausgestreckt und die Beine werden über den Schwanz hinausgestreckt. Somit ergibt sich ein markantes Flugbild. Der Flügelschlag ist zügig und gleichmäßig. Auch Rosaflamingos fliegen in Formation.

 

 

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Rosaflamingos im Flachwasser

 

Artensteckbrief: Rosaflamingo

 

 

Brutzeit Gelege Fortpflanzung Größe Gewicht Alter Nahrung Lebensraum Jagd

 

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Schreitvögel (Anseriformes)

Familie: Flamingos (Phoenicopteridae)

Gattung: Flamingo (Phoenicopterus)

Art: Rosaflamingo

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Phoenicopterus ruber

Artname Weißstorch Englisch: Greater Flamingo

Artname Weißstorch Französisch: Flamant Rose

Artname Weißstorch Niederländisch: (Gewone) Flamingo

 

Vorkommen / Verbreitung: Seltener Brutvogel in Mitteleuropa, meistens entwichene Gefangenschaftsvögel. Als Brutvogel ist der Rosaflamingo in inselartigen Brutpopulationen an den Küsten des Mittelmeeres zu finden, darunter an der spanischen und französischen Mittelmeerküste, auf den Balearen und auf Korsika und Sardinien; entlang des südlichen Schwarzen Meeres, im Nildelta in Ägypten und an der nordafrikanischen Küste und durchgehend bis nach Südafrika.

 

Neben vereinzelten Gebieten in der Türkei gibt es auch Brutpopulationen die sich vereinzelt bis an den südwestlichen Rand des Kaspischen Meeres erstrecken. Dazu kommen noch Brutvorkommen im IranDie französische Carmague gehört zu den wichtigsten Brutgebieten in Europa. Neue Brutpopulationen gibt es inzwischen auch in Nordfrankreich, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark.

 

Aus dem Zwillbrocker Venn (deutsches Naturschutzgebiet nördlich der Stadt Borken, direkt an der deutsch-niederländischen Grenze gelegen) gibt es inzwischen auch Brutnachweise. Dort besiedeln die Rosaflamingos eine Insel in einem See.

 

Wanderungen: Zugvogel / Langstreckenzieher.

 

Überwinterung: Die Überwinterungsgebiete des Rosaflamingos sind ebenfalls entlang der Küsten des Mittelmeeres zu finden, vor allem entlang der gesamten nordafrikanischen Küste und bis an den Rand der Sahara.

 

Lebensraum: In Europa besiedelt der Rosaflamingo gerne Flachgewässer wie flache Salzseen, Lagunen und Salinen, es werden aber auch Süßwasserseen besiedelt. Außerdem siedeln Rosaflamingos an Flussmündungen. Gewässer sind für die Ansiedlung unerlässlich. Verhalten: Der Rosaflamingo ist tagaktiv und sehr gesellig. Ansiedlungen von Rosaflamingos erfolgen immer als Kolonie; allerdings sind die Vögel extrem scheu und empfindlich gegen Störungen. So können Störungen durchaus dazu führen, daß die Kolonie aufgegeben wird und die Gruppe an einen anderen Ort umsiedelt. Generell gehen Flamingos in Trupps auf Nahrungssuche.

 

Kennzeichen: Das Gefieder der adulten Rosaflamingos ist weißlich mit einem rosafarbenen Grundton; rote Flügeldecken und schwarze Schwungfedern. Auffallend sind der kräftige, hakenartig nach unten gebogene, Schnabel, die meist S-förmige Haltung des Schnabels beim stehenden Exemplar sowie die langen rosafarbenen Beine.

 

Im Flug werden die Beine nach hinten über den Schwanz hinausgestreckt und der Hals hängt im unteren Bereich leicht durch. Auffallend im Flug sind das rote Band der Flügeldecken und die schwarzen Schwungfedern. Rosaflamingos fliegen gerne in Trupps. Stetiger und schneller Flügelschlag.

 

Junge Rosaflamingos zeigen im ersten Jahr ein graubraunes Federkleid mit weißem Bauch, die Beine sind noch dunkel. Im zweiten Jahr wird mit der neuen Mauser ein fast weißes Federkleid mit dunklen Schaftstrichen angelegt, während die Spitzen der Flügeldecken dunkel sind.

 

Schnabel: ad. rosa mit schwarzer Spitze, juv. graubraun mit schwarzer Spitze

 

Iris: adult = rötlich, juvenil = dunkel

 

Größe: 120-145 cm

Gewicht: ca. 2000 g

Spannweite: 140-170 cm

 

Stimme und Ruf: Als Gruppe können Rosaflamingos sehr laut sein, Trupps stoßen ständig ein Grunzen und Murmeln aus, dazu gibt es Rufe, die an das ga-ga der Graugans erinnern.

 

Geschlechtsreife: von einer Brutreife im dritten Kalenderjahr ist auszugehen.

Paarungszeit: April; wahrscheinlich monogame Saisonverbindung.

 

Bruten: 1 Jahresbrut

 

Eiablage / Legebeginn: Der Rosaflamingo beginnt mit der Eiablage ab April, meistens in Abhängigkeit von Wasserstand und Temperatur

Nest: erhöhtes Nest auf einem konischen Kegel mit einer flachen Mulde, das im Flachwasser angelegt wird. Die Höhe des Nests liegt durchschnittlich bei 30-40 cm.

 

Brutareal: Der Rosaflamingo brütet vornehmlich in Flachgewässern in der Nähe von brackigen Seen oder Lagunen. Die Nester werden in Kolonien angelegt.

 

Gelege: Rosaflamingos zeitigen Gelege mit 1 Ei.

Eier: Langspindelförmige Form, grünweißliche Schale mit kreidigem, weißen Überzug

Nachgelege: Gelegeverluste werden nicht ersetzt.

Brutdauer: 28-32 Tage, es brüten beide Altvögel.

 

Nestlingsdauer: Rosaflamingos sind bedunte Platzhocker. Das dunkle dichte erste Dunenkleid wird nach vier Wochen durch das zweite, nun schon dunkelgraue Dunenkleid ersetzt. Nach sechs Wochen sind die jungen Rosaflamingos schon befiedert. Bis zum 10. Tag verbleibt das Junge im Nest, wo es von den Altvögeln mit einem Sekret gefüttert wird. Nach 10 Tagen verlässt das Junge das Nest und beginnt mit den anderen Jungvögeln der Brutkolonie, in Nestnähe, umherzulaufen. Die Fütterung der Jungvögel wird bis zum Flüggewerden fortgesetzt.

 

Flügge: Rosaflamingos werden nach 70-75 Tagen flügge.

 

Nahrung: Die Nahrung des Rosaflamingos besteht hauptsächlich aus kleinen Krebstieren, Insekten, Larven und Würmern, dazu kommen noch Plankton und Algen.

 

Nahrungserwerb: Zum Nahrungserwerb ist der Rosaflamingo an Gewässer gebunden. Die Nahrung wird durch durchseien des Wassers mit dem Schnabel aufgenommen.

 

Lebensdauer: Die Lebenserwartung des Rosaflamingos kann 20 Jahre erreichen.

 

Feinde: Grundsätzlich ist der Verlust geeigneten Lebensraums inzwischen der Hauptfaktor einer möglichen Gefährdung. Rosaflamingos können tatsächlich an Influenza-Viren erkranken sowie an Geflügeltuberkulose.

 

In Europa erfolgt die Bedrohung durch Möwen, die Eier und Jungvögel fressen, ansonsten gelten Füchse und Dachse als Feinde, bei Bruten in der Nähe von Waldgebieten können auch Sauen zum Gefährdungspotential gezählt werden.

 

In Afrika zählen gelegentlich der Marabu und Adler zu den Feinden, die adulte Tiere erbeuten. Ansonsten ist die Hyäne ein potentieller Feind.

 

Durch Anflug an Stromleitungen, Windgeneratoren und Zusammenstoß mit Flugzeugen kommt es auch immer wieder zu Todesfällen. Auch Wetteranomalitäten wie z.B. Hagelstürme können zu größeren Verlusten in den Kolonien führen.

 

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Rosaflamingos im Flachwasser bei der Nahrungsaufnahme