Der Schwarzstorch (Ciconia nigra)

 

 

Was ist ein Schwarzstorch?

 

Der Schwarzstorch ist ein scheuer und seltener Brutvogel in Teilen von Belgien, Niederlande, Nord- und Westdeutschland und  in Zentralspanien. In NRW treffen wir den Schwarzstorch im Weserbergland, Senne, Siegerland, Bergisches Land, Hocheifel.

 

Das Gefieder des Schwarzstorches ist schwarz, bei weißem Bauch, Achselfedern und Unterschwanzdecken. Bei den adulten Schwarzstörchen sind Schnabel und Beine rot, bei den Jungvögeln dagegen graugrün.

 

Das Zugverhalten des Schwarzstorches

 

Der Schwarzstorch ist überwiegend ein Langstreckenzieher. Beginn des Herbstzuges in die Winterquartiere ist ab August bis September, Nachzügler ziehen noch bis in den Oktober. Die Hauptüberwinterungsgebiebte der Schwarzstörche sind in Nordafrika, zum Teil in West- und Ostafrika und auch in Äthiopien. Das Mittelmeer wird im mittleren Bereich überquert sowie im östichen Sektor mit Schmalfrontzug über den Bosporus, wo die Vögel zwischen September und Oktober durchziehen.

 

Der Rückzug in die Sommerquartiere / Brutreviere erfolgt ab Mitte März bis in den April.

 

Teile der spanischen Brutpopulationen verbringen den Winter in Spanien.

 

Der Lebensraum des Schwarzstorches

 

Als Lebensraum besiedelt der Schwarzstorch naturnahe Misch- und Laubwälder. Eine Anbindung an Feuchtgebiete und Sümpfe ist erforderlich, da der Schwarzstorch stark an Fließ- Stillgewässer, sowie auch an Flachgewässer gebunden ist, wo überwiegend auch die Nahrung gesucht wird.

 

 

 

Artensteckbrief: Schwarzstorch

 

 

Brutzeit Gelege Fortpflanzung Größe Gewicht Alter Nahrung Lebensraum Jagd

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Schreitvögel (Anseriformes)

Familie: Störche (Ciconiidae)

Gattung: Störche (Ciconia)

Art: Schwarzstorch

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Ciconia nigra

Artname Weißstorch Englisch: Black Stork

Artname Weißstorch Französisch: Cigogne noire

Artname Weißstorch Niederländisch: Zwarte Ooievaar

 

Vorkommen / Verbreitung:  Der Schwarzstorch kommt als Brutvogel vor in Zentralspanien, in Teilen Nordfrankreichs, Belgien, Niederlande, Nord- und Westdeutschland, mit einem relativ geschlossenen Brutareal ab dem mittleren Mitteleuropa über Osteuropa bis in den Osten Russlands (Ural), sowie in Südosteuropa, Westküste und Ostküste des Schwarzen Meeres und bis an das Kaspische Meer, sowie im Norden der Türkei.

 

Wanderungen: Zugvogel / Langstreckenzieher. Abzug aus Europa in die Winterquartiere beginnt im August/September mit Nachzüglern bis in den Oktober. Der Rückzug aus dem Winterquartier beginnt ab Mitte März/Anfang April.

 

Überwinterung: Die wichtigen Überwinterungsgebiete der Schwarzstörche sind in Nordafrika, sowie im tropischen Westafrika und in Ostafrika. Die spanischen Brutpopulationen überwintern teilweise in Spanien. Winterzug über das mittlere und östliche Mittelmeer (verstärkt über den Bosporus), als Schmalfrontzug.

 

Lebensraum: In Europa besiedelt der Schwarzstorch naturnahe Laub- und Mischwälder mit Bezug zu Feuchtwiesen, Sümpfen, Teichen im Wald, Fließgewässern wie Bächen und Flüssen.

 

Verhalten: Der Schwarzstorch ist tagaktiv und ein guter Segelflieger ohne starke Abhängigkeit an gute Thermik. Anders als der Weißstorch zeigt der Schwarzstorch einen Ruderflug mit schnelleren Flügelschlägen. Die Nahrungssuche erfolgt in Nahrungsrevieren, die durchaus in größerer Entfernung vom Neststandort liegen können.

 

Kennzeichen: Der Schwarzstorch ist überwiegend schwarz mit weißem Bauch, weißen Achselbefiederung und Unterschwanzdecken. Ansonsten zeigt die schwarze Befiederung einen metallischen Schimmer, der von grün bis purpur variiert.

 

Größe: 90-105 cm

Gewicht: ca. 3000 g 

Spannweite: 173-205 cm

 

Stimme und Ruf: Der Schwarzstorch hat einen melodischen Flugruf, der beim Kreisen gebracht wird, klingt ähnlich „fuo“. Auch am Horst ist der Ruf des Schwarzstorches zu hören, dort aber leise und ähnlich „huji-ji“. Bei Gefahr oder Störung hört sich der Ruf wie „ha-hi“ dazu kommen noch langgezogene fauchende Rufe. Der Bettelruf der Jungen klingt wie „ha-chi-chi“. Im Gegensatz zum Weißstorch klappert der Schwarzstorch nur selten.

 

Geschlechtsreife: Schwarzstörche erreichen die Geschlechtsreife nach 3 Jahren.

 

Paarungszeit: Beim Weißstorch ist von einer monogamen Saisonehe auszugehen. Durch hohe Nistplatztreue kommt es immer wieder zu Wiederverpaarungen.

 

Bruten: 1 Jahresbrut

 

Eiablage / Legebeginn: Der Schwarzstorch beginnt mit der Eiablage ab Mitte April, meistens erst im Mai

Brutzeit: Mitte März bis Juni

 

Nest: In Mitteleuropa brütet der Schwarzstorch fast immer auf hohen Baumnestern, das Nest selbst ist umfangreich und besteht aus Astmaterial, welches mit feinem Material ausgepolstert wird (z.B. mit Moos, Gras, Kraut). Der Schwarzstorch baut eigene Nester, benutzt aber auch ehemalige Greifvogelnester und Kunstnester. Aus CZ, SK, A und Ungarn sind auch Felsenbruten bekannt.

 

 

 

Brutareal: Der Schwarzstorch brütet in Laub- und Mischwäldern in Feuchtgebieten und Sümpfen. Die Nähe zu Wasser und Feuchtigkeit ist sehr wichtig.

 

Gelege: Das Gelege des Schwarzstorches besteht aus (2-) in der Regel 3-5(selten-7) Eiern.

 

Eier: Die Eier sehen kurz und spindelförmig aus, bei weißer glatter Schale

 

Nachgelege: nur in Ausnahmefällen

 

Legeabstand: 2 Tage

Brutbeginn: Meistens wird mit der Bebrütung schon Vollendung des Geleges, nach dem 2. Ei begonnen. Es brüten beide Altvögel

Brutdauer: 32-40 Tage 

 

Schlüpfen: asynchrones Schlüpfen der Jungen.

 

Nestlingsdauer: Schwarzstörche sind bedunte Nesthocker, die Nestlingsdauer beträgt 63-71 Tage, in dieser Zeit werden die Jungen von beiden Altvögeln versorgt.

 

Flügge: nach 63-71 Tage. Die Jungen werden dann noch von den Altvögeln betreut und werden danach noch weitere zwei Wochen von den Altvögeln betreut, werden dabei immer selbständiger; während dieser Zeit kehren die Jungen abends noch zum Schlafen an den Horst zurück.

 

Nahrung: Die Nahrung des Schwarzstorches besteht hauptsächlich aus Wasserinsekten und Fischen bis zu einer Länge von 25 cm, dazu können noch Frösche und Molche kommen, allerdings eher selten. Auch Mäuse und Kleinreptilien werden erbeutet. 

 

Nahrungserwerb: Die Nahrung sucht der Schwarzstorch bevorzugt in Flachgewässern, wobei sich die Nahrungsgründe weitab vom Brutrevier befinden können.

 

Lebensdauer: Die Lebenserwartung des Schwarzstorches kann 14-18 Jahre erreichen.

 

Feinde: Die Hauptgefährdung des Schwarzstorches ist die Lebensraumverknappung.  Als Eierdiebe sind Kolkrabe, Uhu, Adler, Waschbären und Marder zu nennen.

 

Jagdzeit: Nein, kein jagdbares Wild.