Die Spießente (Anas acuta L.)

 

Was ist eine Spießente?

 

Die Spießente ist Brutvogel in Nord-, West- und Mitteleuropa, wobei sich das Verbreitungsgebiet über die gesamte eurasische Landmasse bis nach Ostsibirien auf die Halbinsel Kamtschatka erstreckt.

 

In Deutschland ist die Spießente Brutvogel in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und in Mecklenburg-Vorpommern. Im gesamten Gebiet des Nationalparks Wattenmeer kann die Spießente fast ganzjährig beobachtet werden.

 

 

 

 


 

Steckbrief: Spießente

 

Brutzeit - Gelege - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum - Ökologie

 

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)

Familie: Entenvögel (Anatidae)

Unterfamilie: Enten (Anatinae)

Gattung: Schwimmenten (Anas)

Art: Spießente

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Anas acuta

Artname Englisch: Northern Pintail

Artname Französisch: Canard Pilet

Artname Niederländisch: Pijlstaart

 

Vorkommen / Verbreitung: Die Spießente ist Brutvogel Eurasiens und in Nordamerika Die eurasischen Brutgebiete umfassen von in Europa die Niederlande, nördliche Hälfte von Deutschland Polen, nördliches Tschechien, nördliches Ungarn, Ukraine, Weißrussland, Baltikum, Norwegen, Schweden und Finnland, sowie Kasachstan und erstrecken sich bis zur Halbinsel Kamptschatka. Als Jahresvogel siedelt die Spießente in Südspanien sowie im nördlichen Bulgarien und entlang der nördlichen Schwarzmeerküste.

 

Wanderungen: Zugvogel, teilweise Langstreckenkzieher.

 

Überwinterung: nordeuropäische Brutpopulationen der Spießente überwintern in West-, Süd- und und Mitteleuropa, außerdem auf den britischen Inseln; Südosteuropa am Bosporus. Das Überwinterungsgebiet erstreckt sich in Afrika über Nordafrika bis in die Sahelzone und über Ägypten und Sudan bis hinunter nach Äthiopien und in den Senegal. Vorderasien, mit Irak und Iran, Afghanistan, Pakistan; von Indien über Bangladesh und Hyanmar (Burma) nach Thailand, Laos, Vietnam und nach Südchina.

Lebensraum - Biotop: Die Spießente bevorzugt große stehende Binnengewässer in offenen Niederungslandschaften, auch Überschwemmungsflächen und flache Steppenseen. Das Vorhandensein von Ufervegetation ist wichtig für die Standortwahl. Im Winterquartier ist die Spießente in Flußmündungen, an Strandseen und Flachküsten zu finden. Im Binnenland meist nur in kleinen Trupps. Die Spießente ist im gesamten Bereich des Nationalparks Wattenmeer zu finden.

 

Verhalten: Die Spießente ist tag- und nachtaktiv, wobei die Nahrungssuche vornehmlich in der Nacht stattfindet.

 

Kennzeichen: Schlanke Ente mit langem Hals, etwas kleiner als die Stockente. Brutkleid ♂: grau mit braunem Kopf, weißer Hals welcher mit einem spitzer werdenden Keil bis an die hinteren Kopfseiten reicht (etwas bis Schnabelhöhe). Unterseite weiß mit gelbem Feld (wichtig!) vor den scharf abgesetzten Unterschwanzdecken; langer spitzer Schwanz, mittlere Steuerfedern schwarz. Ruhekleid des Spießenten-♂ ähnelt dem ♀mit hellerem Kopf und etwas zugespitztem hellbraunem Schwanz ohne die mittleren Steuerfedern. Bronzegrüner Spiegel beim ♂.

Spießenten-♀ ist insgesamt heller wenig auffallend, längerer Hals als bei anderen Schwimmenten-♀, auffallend ist der leicht spitze Schwanz.

Schnabel: ad. ♂ blaugrau, ad. ♀ bläulich-hornfarben, juv. schwarzgrau Iris: braun, Füße bei den ad. Spießenten blaugrau mit dunklen Schwimmhäuten, bei den juv. dagegen durchgehend grau.

 

Größe: 51-62 cm, das ♂ ist im Brutkleid um ca. 10 cm länger (verlängerte Steuerfedern)

Gewicht: 750-1200 g, Weibchen in der Regel kleiner und leichter

Spannweite: 79-87 cm

 

Stimme und Ruf: kurzer Pfiff „krrü“, Balzruf des ♂ ein krähenartiges „kr-r-r-rah“, quakt auch.

 

Fortpflanzung:

Geschlechtsreife: Die Spießente erreicht die Geschlechtsreife bereits im ersten Lebensjahr.

Erstmalige Brut: im zweiten Lebensjahr.

Paarungszeit: März, monogame Saisonverbindung.

Bruten: 1 Jahresbrut

 

Eiablage: in Mitteleuropa ab Ende März bis Mitte April, im Süden teilweise noch bis in den Juni

Brutzeit: Ende März/Anfang April-Juni

Nest: Überwiegend in niedrigem Bewuchs (auf trockenem Untergrund) befindliche Mulde, die mit weichem Pflanzenmaterial, Dunen und Federn ausgepolstert wird.

Gelege: (5) regelmäßig 7-11 (selten bis zu 12) Eier. Es brütet nur das ♀. Während der Brutzeit bleibt das ♂ in Nestnähe.

Eier: Form spindelförmig bis oval bei rahmgelber bis grünlich-bläulicher Schale Nachgelege: Nachgelege bei Gelegeverlust Legeabstand: 24 Stunden Brutbeginn: wahrscheinlich mit Ablage des letzten Ei Brutdauer: 22-24 Tage Nestlingsdauer: bedunte Nestflüchter. Die Jungen werden schon kurz nach dem Schlüpfen vom ♀ geführt.

Flügge: 40-45 Tage

 

Nahrung: Die Spießente ernährt sich pflanzlich und tierisch, wobei ab Herbst/Winter pflanzliche Bestandteile und Sämereien überwiegen.

 

Lebensdauer: Die höchste, an einem Ringvogel, festgestellte Lebensalter betrug 27 Jahre und 5 Monate.

 

Feinde: Biotopverluste, Fuchs, Dachs, Möwen, Krähen und Elstern, Hecht (bei Küken), Habicht, Vogelgrippe

Jagdbare Wildart: ja gemäß BundesjagdzeitenVO

 

Jagdzeit: ganzjährige Schonzeit