Der Weißstorch (Ciconia ciconia)

 

Der Weißstorch gehört zu den Schreitvögeln und ist etwas größer als der Graureiher. In der Silhouette und in der Haltung ist der Weißstorch allerdings ganz anders als der Graureiher. Der Hals ist kürzer, der Schnabel ist beim Altvogel lang und rot, wie auch die Beine lang und rot sind. 

 

Im Flug streckt der Weißstorch den Hals aus und auch die Beine werden ausgestreckt. Auffallend ist die überwiegend weiße Farbe und die schwarzen Arm- und Handschwingen und Oberflügeldecken.

 

 

 

Der Weißstorch - Verhalten

 

Irgendwie ist der Weißstorch ein Sympathieträger. Die Menschen mögen Weißstörche, jedenfalls die meisten von uns, freuen sich, wenn sie einen Weißstorch in der Natur beobachten können.

 

Fakt ist, daß Weißstörche überhaupt nicht scheu sind. Die Tiere halten zwar eine gewisse Fluchtdistanz zum Menschen ein, aber sie lassen sich auf relativ kurze Entfernung beobachten. 

 

Weißstörche sind überwiegend tagaktiv, was heißen soll, daß die Vögel durchaus auch in der Dämmerung noch aktiv sind. Der Flug des Weißstorch lässt sich zwar als schwerfällig beschreiben, was damit zusammenhängt, das der Vogel mit ausholenden Flügelschlägen Höhe gewinnt, was auch als Ruderflug beschrieben wird. Ist der Weißstorch erst einmal in der Luft geht er gerne in den Gleitflug über. Dann zeigt uns der Weißstorch, dass er auch elegante Flugmanöver beherrscht.

 

Weißstörche achten so z.B. beim Horstbau darauf, daß zum Horst freie Flugbahnen für den An- und Abflug vorhanden sind. Wer einen Storchenhorst beobachtet wird schnell erkennen warum. Beim Abflug lässt sich der Storch zuerst fallen, um dann mit kräftigen Flügelschlägen wieder an Höhe zu gewinnen. Erst einmal in der Luft, ist das Fliegen ganz einfach.

 

Beim Anflug auf den Horst fliegt der Storch zuerst einen weiten Bogen um den Horst, um dann, eigentlich ganz unvermittelt, im Gleitflug den Horst anzusteuern um darauf zu landen.

 

Weißstörche kehren im Frühjahr immer wieder in das alte Brutrevier zurück. Zuerst kommt das Männchen an, um das Revier zu besetzen. Kurz danach trifft dann das Weibchen ein. Grundsätzlich führen Weißstörche eine monogame Saisonehe, wegen der hohen Brutplatztreue, wird allgemein von einer generellen Wiederverpaarung der Weißstörche ausgegangen, die nur durch den Herbst und Frühjahrszug unterbrochen wird. 

 

 

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Weißstorch auf einer Wiese

 

Nahrung und Nahrungsaufnahme beim Weißstorch

 

Was frisst der Weißstorch oder anders gefragt, woraus besteht seine tägliche Diät? Das Beuteschema des Weißstorches umfasst in absteigender Reihenfolge Mäuse, Insekten und deren Larven. Dazu kommen auch Regenwürmer, die auf Wiesen und Weiden aus dem Boden aufgenommen werden.

 

Auch Frösche gehören zur Nahrung, entgegen der allgemeinen herrschenden Ansicht, ist der Frosch kein Hauptnahrungsbestandteil, sondern wird gelegentlich gefressen. Tatsächlich hängt die Menge der erbeuteten Frösche vom örtlichen Nahrungsangebot und dem Biotop ab.

 

Als weitere Nahrung kommen noch Maulwürfe, Hamster, Fische und Reptilen in Frage. Fische fängt der Weißstorch aus dem seichten Wasser heraus. Auch Aas wird in Form von angeschwemmten toten Fischen verzehrt. Mäuse werden überwiegend ganz geschluckt und verdaut. Selbst Jungstörche am Horst bekommen bereits ganze Mäuse zum Verzehr. Der Altvogel steht dann daneben und beobachtet das Junge, das dann mit viel Mühe die Maus komplett verschluckt.

 

Jungstörche werden von den Altvögeln mit Nahrung versorgt, die im Kehlsack zum Nest transportiert wird. Dort wird die Nahrung den Jungstörchen regelrecht in den offenen Schlund gestopft. Im Kehlsack wird auch Wasser transportiert und dann an die Jungvögel am Horst weitergegeben. 

 

Den Weißstorch kann man sehr einfach bei der Nahrungsaufnahme auf Wiesen und Weiden beobachten, wo er langsam gehend über die Fläche schreitet und den Boden nach Nahrung absucht (siehe oben).

 

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Weißstorch auf einer Wiese

 

Nest und Nestbau beim Weißstorch

 

Weißstörche sind grundsätzliche nicht besonders scheu. Das merken wir schon daran, daß sie sich in nächster Nähe zu menschlichen Siedlungen aufhalten. 

 

Als Biotop bevorzugen Störche offenes Land mit nicht zu hoher Vegetation, besonders suchen sie feuchte Niederungen, Feuchtwiesen und Teiche. Weißstörche treffen wir also auf Wiesen und Weiden. Allerdings werden auch extensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen aufgesucht.

 

Für den Horst werden Stellen bevorzugt, die möglichst frei und hoch stehen und gute Flugschneisen für den An- und Abflug bieten. Dabei bezieht der Weißstorch Häuser, Schornsteine, Kirchtürme und auch Fabrikschornsteine in seinen Nistplatzbau ein. Horste auf Bäumen sind ebenso möglich wie auf niedrigen Haufen (Holzstapel) oder sogar am Boden. 

 

Der Unterbau des Horstes besteht aus starken Ästen auf denen dann feines Reisig aufgelegt wird. Zur Auspolsterung werden Grasbüschel und anderes, weiches Polstermaterial genutzt, was abhängig vom örtlichen Angebot ist. Der Weißstorch baut auch während der Bebrütung und noch während der Jungenaufzucht regelmäßig am Horst weiter, so daß der Horst bis zum Ausfliegen der Jungen stetig an Umfang und Höhe zunimmt.

 

Mit zunehmenden Alter fangen dann selbst die Jungen an, mit Nistmaterial herumzuexperimentieren.

 

 

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Storchennest auf einer abgestorbenen Kopfweide im westlichen Münsterland, direkt angrenzend zu Landwirtschaft und Wohnbebauung
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Weißstorch - Close-up des Nistplatzes - Das Nest befindet sich auf einer abgestorbenen Kopfweide
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Weißstorch mit Nistamterial im Schnabel
weiss storch nest
Weißstorch baut am Horst während die Jungen in der Horstmulde sitzen und zusehen

 

Der Weißstorch in der Kulturlandschaft

 

Der Weißstorch bewegt sich in der Kulturlandschaft wie ein Lebewesen, daß mit einem enormen Selbstbewusstsein, wie selbstverständlich, seinen Platz in der vom Menschen geformten und gestalteten Landschaft gefunden hat. Große Worte und doch stimmt es. 

 

Wir beobachten den Weißstorch in der Kulturlandschaft und finden ihn auf Anhieb sympathisch. Können Vögel überhaupt sympathisch sein. Eigentlich nicht, dennoch sehen wir den Weißstorch als Sympathieträger, die Vögel bewegen sich auf den Wiesen bei der Nahrungssuche und lassen sich von uns beobachten, ohne daß dabei ihr Fluchtinstinkt ausgelöst wird. 

 

Weißstörche lassen sich gut beobachten, mit Entfernungen, die teilweise erheblich unter 100 Meter liegen. Solange der Mensch auf dem Weg bleibt, ist alles in Ordnung. Wie ist es mit der Landwirtschaft? Als Beispiel zeige ich einen Weißstorchenhorst, der auf einer abgestorbenen Kopfweide angelegt wurde. Die Kopfweide steht in einer Kopfbaumreihe, auf drei Seiten führen Straßen vorbei und beidseitig gibt es Wiesen / Weiden, die vom Landwirt genutzt werden.

 

In den Beispielbildern können wir auch sehen, daß der Horst keine 100 Meter von einer Gastwirtschaft entfernt steht, eine weitere Gastwirtschaft steht ungefähr 150 Meter entfernt an der Landstraße. Der Landwirt kann mit seinem Traktor und auch mit großen landwirtschaftlichen Geräten (Heuwender) direkt am Horststandort vorbeifahren, ohne daß sich die Altvögel daran stören, die Jungen schauen sich das Spektakel auch nur in aller Ruhe an. 

 

Wenn wir uns diese Bilderreihe ansehen kommt schon die Frage auf, wer denn tatsächlich der Störenfried in der Landschaft ist, sind wir das, die Menschen oder wer? Jedenfalls zeigt uns die Bildreihe, daß ein Nebeneinander möglich ist. Heute gehen wir in unserer Betrachtung und in unseren Ansprüchen an die lebendige Natur nicht nur von anderen Voraussetzungen aus, sondern auch neue Wege. Auch Störche brauchen Freunde und die haben sie, zumindest in unseren Breiten - in Europa - sicherlich gefunden.

 

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Der Landwirt fährt mit dem Heuwender über die Wiese, in kurzer Distanz zum Weißstorchen-Horst
weiss storch horst landwirtschaft
Am Weißstorchen-Horst - Der Landwirt fährt direkt mit dem Heuwender am Horst vorbei
weiss storch landwirt horst
Weißstorch beobachtet den Landwirt mit seinem Gerät vom Horst aus
weiss storch landwirtschaft
Während der Landwirt mit Traktor und Heuwender vorbeifährt, steht der wachende Altvogel auf einem Bein, hat den Hals eingezogen und den Schnabel teilweise in das Gefieder gesteckt. Ein Jungstorch steht auf dem Horst und betrachtet die ganze Aktion

 

Die Brut der Weißstörche

 

Weißstörche brüten nur einmal im Jahr. Ersatzbruten kommen nur in absoluten Ausnahmefällen vor. Bei Verlust des Geleges wird meistens keine zweites Gelege gezeitigt.

 

Die Gelegegröße besteht aus mindestens 1 Ei, im Durchschnitt 3-5 Eiern, selten 7 Eiern, die wenig glänzend weiß sind mit geringer Körnung.

 

Der Brutbeginn beginnt immer vor Vollendung des Geleges, was dazu führt daß die geschlüpften Jungen im Horst alle unterschiedlichen Alters sind; bei schlechter Nahrungslage kann dann das jüngste Küken vorzeitig versterben oder wenn ein Überleben unwahrscheinlich ist, von den Altvögeln gemeinsam aus dem Nest geworfen werden. Der Legeabstand beträgt 2-3 Tage. Bei einem Durchschnittlichen Gelege  von 4 Eiern dauert das Legen der Eier im Durchschnitt 8-12 Tage.

 

Die Brutdauer beträgt 33-34 Tage pro Ei, dann schlüpfen die Jungen nacheinander. 

 

Weißstörche sind Nesthocker und verbringen ihre Zeit im Nest und das über einen Zeitraum von 55-60 Tagen, bis die Flugreife eintritt. Trotzdem sind die jungen Störche im Nest aktiv und bewegen sich regelmäßig. Bis zu 5-10 Tage nach dem letzten Schlüpfen ist immer ein Altvogel auf dem Horst. Vom 10-20. Tag ist ein Altvogel nur noch als Wache da. Beide Altvögel füttern die Jungen.

 

Das Futter wird vom abwesenden Altvogel im Kehlsack aufgenommen und dann zum Horst getragen und wieder hervorgewürgt und den Jungen praktisch in den Hals gestopft. Bei  Trockenheit wird auf diesem Weg Wasser zu den Jungen gebracht, damit diese trinken können.

 

Anfangs beschmutzen die Jungstörche noch das Nest, was dann von den Altvögeln wieder aus dem Nest entfernt wird. Entfernte Äste werden sofort wieder durch neues Nistmaterial ersetzt. Ab dem 14. Tag können die Jungstörche ihren Kot bereits aus dem Nest spritzen; mit dem 22. Tag können die Jungen bereits ohne Probleme stehen. Vorher können sich die Jungstörche nur unter Zuhilfenahme der Flügel mühsam aufrichten.

 

 

weiss storch
Weißstorch am Horst
weiss storch junge horst
Weißstorch mit Jungen am Horst
weiss storch jungvogel
Weißstörche - Jungvogel versucht sich aufzurichten
weiss storch jungvoegel
Weißstörche - Jungvögel am Horst
weiss storch altvolgel jungvoegel
Weißtstörche - Altvogel mit vier Jungen
weiss storch jungvogel
Weißstorch - Jungvogel steht auf #1
weiss storch jungvogel
Weißstorch - Jungvogel steht auf

weiss storch jungvogel
Weißstörche - Jungvogel hat sich auf die Beine gestellt
weiss storch jungvogel
Weißstörche - Jungvogel nach dem Aufstehen

 

Wasser für die Jungvögel im Nest

 

Die Jungvögel können das Nest noch nicht verlassen, müssen aber dennoch mit Wasser versorgt werden. Aus der Nahrung, die die Altvögel den Jungen zutragen, lässt sich keine verwertbare Feuchtigkeit gewinnen. Daher nehmen die Altvögel Wasser mit dem Schnabel auf und transportierenn dieses Wasser im Kehlsack zum Nest. 

 

Dort angekommen, wird das Wasser Portionsweise an die Jungen abgegeben. Der Altvogel steckt dazu den Schnabel regenrecht in den Rachen des Jungvogels und gibt etwas Wasser zum Trinken. Mit der Kamera war es möglich, diese Szenen aufzunehmen, in den Bildern ist ersichtlich, wie das Wasser übergeben wird.

 

weiss storch altvogel jungen trinken wasser
Weißstorch - Altvogel versorgt Junge mit Wasser
weiss storch altvogel jungvogel trinken
Weißstorch - Altvogel versorgt Junge mit Wasser
weiss storch altvogel jungvoegel trinken
Weißstorch - Altvogel versorgt Junge mit Wasser

 

Die Begrüßung der Weißstörche - Ein Ritual

 

Weißstörche sind eher als stumme Vögel zu beschreiben. Einen lauten Ruf haben sie nicht, es gibt dafür zischende Laute. Den Mangel an Ruffähigkeit machen Weißstörche allerdings durch ihr Begrüßungsritual wider wett. Dieses Ritual zeigen sie z.B., wenn ein Partner zum Horst zurückkehrt. 

 

Dann wird der ankommende Vogel vom Partner, der auf dem Horst steht, mit lautem Schnabelklappern begrüßt. Der ankommende Vogel spreizt dabei leicht die Flügel, was vom Partner erwidert wird. In der Folge neigt der begrüßende Partner den Körper nach vorne und beginnt damit, den Hals nach hinten zu richten, bis der Kopf auf dem Rücken aufliegt. Dabei wird laut mit dem Schnabel geklappert. 

 

Der ankommende Partner erwidert diese Haltung und am Schluß dieses Rituals haben beide Vögel den Kopf auf dem Rücken zu liegen. Danach wird diese Haltung aufgelöst, die Vögel stehen wieder normal, klappern allerdings immer noch. Dieses Ritual kann durchaus mehrmals in Folge wiederholt werden.

 

Die folgenden Bildergeschichte aus 18 Bildern zeigt den Ablauf der Begrüßung.

 

 

weiss storch ritual
#1 Weißstorch - der Partner kommt zum Horst zurück
weiss storch ritual
#2 Weißstorch - der Partner ist auf dem Horst angekommen
weiss storch begruessung
#3 Weißstorch Begrüßungsritual

weiss storch ritual
#4 Weißstorch - der Partner ist am Horst angekommen
weiss storch ritual
#5 Weißstorch - die Begrüßung
weiss storch begruessung
#6 Weißstorch Begrüßungsritual

weiss storch ritual
#7 Weißstorch - Begrüßung
weiss storch ritual
#8 Weißstorch - die Begrüßung
weiss storch begruessung
#9 Weißstorch Begrüßungsritual

weiss storch ritual
#10 Weißstorch - Begrüßung
weiss storch ritual
#11 Weißstorch - die Begrüßung
weiss storch begruessung
#12 Weißstorch Begrüßungsritual

weiss storch ritual
#13 Weißstorch - Begrüßung
weiss storch ritual
#14Weißstorch - die Begrüßung
weiss storch begruessung
#15 Weißstorch Begrüßungsritual

weiss storch ritual
#16 Weißstorch - Begrüßung
weiss storch ritual
#17 Weißstorch - die Begrüßung
weiss storch begruessung
#18 Weißstorch Begrüßungsritual

 

Steckbrief Weißstorch

 

 

Brutzeit Gelege Fortpflanzung Größe Gewicht Alter Nahrung Lebensraum Jagd

 

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Schreitvögel (Anseriformes)

Familie: Störche (Ciconiidae)

Gattung: Störche (Ciconia)

Art: Weißstorch 

 

 

Beschreibung:  

Wissenschaftlicher Name: Ciconia ciconia

Artname Weißstorch Englisch: White Stork

Artname Weißstorch Französisch: Cigogne blance

Artname Weißstorch Niederländisch: de Ooievaar

 

Vorkommen / Verbreitung:  Der Weißstorch kommt als Brutvogel in ganz Europa vor   

 

Wanderungen: Zugvogel / Langstreckenzieher

 

Überwinterung: Die wichtigen Überwinterungsgebiete der Weißstörche sind das tropische Afrika und Asien wobei in Afrika der Zug bis nach Südafrika geht, wobei die Hauptbestände in Mittel- und Osteuropa, in Südosteuropa, und in Spanien liegen. Erhebliche Bestände auch in der Türkei und im Kaukasus. In Norddeutschland ist der Weißstorch wieder häufiger zu sehen und größere Brutbestände gibt es auch wieder am Niederrhein und in Westfalen sowie in den Niederlanden.

 

 

Lebensraum: Der Weißstorch besiedelt offene Gebiete mit mäßig hoher Vegetation, feuchte Niederungen, Feuchtwiesen, Teiche, landwirtschaftlich genutztes Grünland.

  

Verhalten: Der Weißstorch ist überwiegend tagaktiv und zeigt einen schwerfälligen Ruderflug. Einmal in der Luft zeigt der Weißstorch dagegen sehr gute Segelfähigkeiten und segelt auch gerne über längere Strecken. So wird z.B. der Horst in einem weiten Bogen angeflogen und dann aus dem Segelflug heraus auf dem Horst gelandet.

 

Während der Brutzeit wird ein Nestterritorium besetzt und auch gegen Störenfriede verteidigt. Dabei kommt es auch zu kampfartigen Szenen. Störenfriede werden zuerst mit Abwehrklappern und pumpenden Flügelbewegungen abgewehrt.

 

Außerhalb der Brutzeit kommt es zur Bildung von größeren Verbänden. Noch nicht geschlechtsreife Junggesellen bilden während der Brutzeit kleine Gruppen.

 

Am Nest begrüßen sich die Partner mit aufgeregtem Klappern wobei der Hals zurückgebogen und der Kopf schließlich auf den Rücken gelegt wird.

  

Kennzeichen: Der Weißstorch ist überwiegend weiß, wobei die Armschwingen, Handschwingen und die großen Oberflügeldecken schwarz sind. Beim adulten Weißstorch sind Schnabel und Beine rot, Augen braun mit schwarzen Augenstrich, der nicht immer sichtbar ist.

 

Bei den Jungvögeln sind Schnabel und Beine bräunlich und die Flügeldecken braun, die Iris ist grau.

 

Nackte Hautteile sind schwarz.

 

Größe: 95-110 cm 

Gewicht: ca. 2900-4400 g

Spannweite: 180-218 cm

 

Stimme und Ruf: Beim Weißstorch kann von einer Stimme im eigentlichen Sinne nicht gesprochen werden. Die adulten Vögel geben zischende Laute ab. Bei Erregung wird laut mit dem Schnabel geklappert.  

 

Geschlechtsreife: Weißstörche erreichen die Geschlechtsreife nach 3-4 Jahren.

  

Paarungszeit: Beim Weißstorch ist von einer monogamen Saisonehe auszugehen. Durch die ausgeprägt hohe Nistplatztreue kommt es auch immer wieder zu Wiederverpaarungen, womit eine relative Partnertreue bewiesen ist.

 

 

Bruten: 1 Jahresbrut

Eiablage: Der Weißstorch beginnt mit der Eiablage ab Mitte März/Mitte April, bis spätestens Ende Mai / Anfang Juni

Brutzeit: Ende März/Anfang April-Juni

  

Nest: Das Weißstorchen erreicht zuerst das alte Brutgebiet und besetzt den Nestplatz. Bei kompletten Neubauten bauen und gemeinsam. Generell baut der Weißstorch sein Nest möglichst auf Erhöhungen. Nester werden auf Dächern, Schornsteinen, Kirchtürmen, Kopfweiden, auch auf niedrigen Haufen oder Holzstöcken gebaut. Sehr selten auch Bodennester. Auch während der Brutzeit wird am Nest ständig weitergebaut, welches dadurch sehr große Umfänge erreichen kann.

 

Brutareal: Der Weißstorch sucht für seinen Horst die Nähe von ländlichen Siedlungen, Baumreihen in Siedlungsnähe und auch Auwälder. Für die Horstanlage sind günstige Flugschneisen für den An- und Abflug wichtig.

  

Gelege: Das Gelege des Weißstorches besteht aus (1-)3-5(-7) Eiern. Allgemein schlüpfen vier Jungvögel.

 

Nachgelege: nur in Ausnahmefällen

 

Legeabstand: 2-3 Tage

 

Brutbeginn: wahrscheinlich bereits mit Ablage des ersten Ei, auf jeden Fall vor Vollständigkeit des Geleges. Es brüten beide Altvögel

 

Brutdauer: 33-34 Tage 

 

Nestlingsdauer: Weißstörche sind Nesthocker, die Nestlingsdauer beträgt 55-60 Tage.
Bis zum 5-10. Tag ist immer ein Altvogel am Nest, während der andere Altvogel Futter sucht. Vom 10-20. Tag ist ein Altvogel immer als Wache am Horst und um zu füttern. Ab dem 14. Tagen können die Jungen den Kot schon aus dem Horst spritzen; ab dem 22. Tag können die Jungen stehen.

 

Flügge: 55-60 Tage. Die Jungen werden dann noch von den Altvögeln betreut und sind erst nach weiteren 7-20 Tagen vollkommen selbständig.

 

Nahrung: Die Nahrung des Weißstorches besteht aus Mäusen, Insekten und deren Larven, auch Regenwürmer, Frösche (keine Hauptnahrung), auch Maulwürfe, Hamster, Fische, Reptilien, auch angeschwemmte tote Fische werden verzehrt.  

 

Nahrungserwerb: Ähnlich der Graureiher sucht der Storch die Nahrung auf Feldern und Wiesen oder Flächen mit kurzer und lückenhafter Vegetation, wobei er dann überwiegend gehend und ruhig stehend beobachtet werden kann. Fische werden im seichten Wasser gefangen.

  

Lebensdauer: Die Lebenserwartung des Weißstorches kann bis über 30 Jahre erreichen. Der älteste bekannte Ringvogel hatte ein Alter 34 Jahren und 10 Monaten.

 

Feinde: die tatsächliche Gefährdung des Weißstorches erfolgt eher durch Biotopverschlechterungen. Gefährdet ist der Weißstorch auch durch Räuber wie z.B. den Kolkraben, große Greifvögel wie z.B. Milane, Seeadler, als Bruträuber kommen Krähen und Marder vor.